Vergewaltigung
Über die Anzahl von Kindern, die auf Grund einer Vergewaltigung einer Frau durch einen Mann gezeugt und geboren wurden gibt es wenig Informationen.
Neben den Fällen, in denen tatsächlich Vergewaltigungen stattgefunden haben, gibt es mit Sicherheit nicht wenige Fälle, in denen von einer Frau und Mutter eine Vergewaltigung als Grund für die Schwangerschaft angegeben wird, in Wirklichkeit aber eine Vergewaltigung erfunden sein kann, um von anderen Problemen, so z.B. von einer "unehelichen" und illegitimen Schwangerschaft abzulenken oder um den ehemaligen Partner in die Täterecke zu bugsieren.
Zwischen den beiden oben geschilderten Gruppen wird es Fälle geben, die irgendwo dazwischen liegen. Wo durchaus Formen von Gewalt oder Nötigung auch subtiler Art im Spiel sein könnten, die aber nicht als Vergewaltigung im engeren Sinne angesehen werden.
Wie es auch immer gewesen sein mag, die Kinder, die infolge einer wirklichen oder unwirklichen Vergewaltigung gezeugt und geboren wurden, haben in beiden Fällen gute Gründe, wenn sie sich für ihre Herkunft interessieren.
Eine nicht geklärte Identität kann unter Umständen zu erheblichen psychischen Belastungen des Kindes oder Erwachsenen führen, der merkt, dass dort ein Familiengeheimnis besteht.
Zum anderen, ein Mensch trägt immer genetisch und symbolisch Mutter und Vater in sich. Wenn der Vater aber schlecht oder böse ist, vermeintlich oder real, dann kann sich auch dass Kind "schlecht oder böse" fühlen, denn es stammt zur Hälfte von diesem "bösen" Elternteil ab.
Von daher ist es legitim, wenn solche Kinder ihre Herkunft klären wollen. Hierzu sind verschiedene Formen der Recherche denkbar, bis hin zu einer Auskunftsklage beim Familiengericht. Sinnvoll erscheint in jeden Fall eine psychotherapeutische oder familientherapeutische Begleitung des auskunftssuchenden Kindes aber auch der Mutter, so man sie dazu gewinnen kann.