Die Rechte der Kinder
Die Rechte der Kinder von logo! einfach erklärt
so heißt eine vom sogenannten Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend - www.bmfsfj.de - herausgegebene Broschüre der Autoren Benno Schick und Andrea Kwasniok, 6. geänderte Auflage, Frühjahr 2007.
Die Idee ist gut, Kinder auf kindgerechte Weise ihre Rechte erklären. Doch was die beiden AutorInnen schließlich unterschwellig auch propagieren ist ganz im Mainstream männerfeindlicher Klitsches, ein einseitig ausgerichtetes Bild von Vätern und Männern als Täter. Die Mutter wird als konturloses Halbopfer dargestellt, nur noch übertroffen von ihrer Tochter.
Solch eine tendenziöse Darstellung kann bei dem Herausgeber der Broschüre, dem sogenannten Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auch nicht weiter wundern, denn Männern wird in diesem Ministerium kein der Rede wertes eigenes Existenzrecht zugesprochen, wie man schon mit einfachen Blick auf den Ministeriumsnamen feststellen kann. Wenn überhaupt ein Mann Beachtung finden soll, dann als Täter, so mag man im Ministerium denken.
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Unter der Überschrift "Misshandlung durch Eltern" finden wir auf den Seiten 56 den Text:
"Anja ist abgehauen. Zu hause hat sie es nicht mehr ausgehalten. Anjas Vater trinkt - jeden Tag mehr, seit die Fabrik zugemacht hat. Nun sitzt er zu Hause und weiß nicht, was er tun soll. Die Mutter schimpft, wenn der Vater trinkt. Dann streiten sie und der Vater trinkt noch mehr. Manchmal wenn er schon ganz betrunken ist, schlägt er Anja. Weil sie die Musik zu laut gemacht hat, sagt er, oder, weil sie ihn so komisch angeguckt hat.
Da hat Anja ihren kleinen Rucksack gepackt und ist gegangen. Beim Jugendamt hat man ihr geholfen. ..."
Ein ähnlicher Text, in dem eine Mutter als Täterin vorgestellt wird, fehlt. Als wenn das allein nicht schon reichen würde, wird der geschlechterstereotype Text auch noch von einem Bild einer schlagenden männlichen Hand flankiert, damit auch der letzte Analphabet dass der Täter immer ein Mann ist.
Vielleicht sollte die Broschüre besser heißen: Die Rechte der Kinder von logo! ganz einfach verzerrt
Mutter und Töchter wegen Gewalt gegen Kindern verurteilt
Samstag 21. April 2007, 18:06 Uhr
Vier Frauen sind in Großbritannien verurteilt worden, weil sie ihre eigenen kleinen Kinder vor laufender Kamera zu einer Prügelei gezwungen haben. Die Mutter der beiden Kinder, die 21-jährige Zara, sowie ihre beiden Schwestern und die 48-jährige Großmutter wurden in Plymouth im Südwesten des Landes zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt, wie britische Medien berichteten. Die Videoaufnahmen zeigten, wie die vier Frauen den zweijährigen Jungen und das dreijährige Mädchen beschimpften und bedrängten, sich brutal mit Zeitschriften und Bürsten zu schlagen.
Der Vater, ein aus dem Irak-Krieg heimgekehrter Soldat, hatte das Video zufällig entdeckt und sich an die Polizei gewandt. Richter Francis Gilbert bezeichnete die Aufnahmen als "schockierend". "Sie haben sich über sie lustig gemacht und sie beleidigt", sagte er. Die Frauen hätten die Kinder gezwungen, sich zu schlagen, obwohl diese das eindeutig nicht gewollt hätten. Sie hätten sich herzlos und grausam verhalten.
Der Richter wandte sich vor allem an die Großmutter, diese zeigte jedoch keine Anzeichen von Schuldbewusstsein. Sie habe nichts Schlimmes getan, sondern die Sache habe lediglich dazu gedient, die Kinder abzuhärten.
http://de.news.yahoo.com/21042007/286/vermischtes-mutter-t-chter-gewalt-kindern-verurteilt.html
Die Rechte der Kinder
von logo einfach erklärt
herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
5. geänderte Auflage: Sommer 2004
Redaktion: Eva Radicki, ZDF
Schön, dass es sie gibt, die Broschüre, die sich den Anspruch stellt in kindgerechter Form über Kinderrechte und das "Übereinkommen über die Rechte des Kindes vom 20. November 1989" zu informieren. In wenigsten einen Punkt jedoch irren die Autoren Benno Schick und Andrea Kwasnick oder, was schlimmer wäre, sie lügen sogar, wenn sie es eigentlich besser wissen. Die Autoren behaupten:
"Sonja hat nämlich genau die gleichen Rechte wie die Jungen aus ihrem Dorf. Denn: Alle Kinder sind gleich.
Egal ob sie Jungen oder Mädchen sind, egal, aus welchem Land sie stammen, welche Hautfarbe sie sprechen. Egal, ob sie behindert oder gesund sind, egal, was ihre Eltern tun, und keines darf aus irgendwelchen Gründen `diskriminiert`, also benachteiligt werden." (s. 26)
In der DDR hieß es in Anspielung auf Privilegien der Funktionäre: Alle sind gleich, nur manche sind gleicher.
Die Autoren hätten nur mal in das Bürgerliche Gesetzbuch §1626a BGB schauen müssen, um zu sehen, dass nichteheliche Kinder gegenüber ehelichen Kindern diskriminiert werden. Es gibt nämlich kein Recht des nichtehelichen Kindes auf Ausübung der Elterlichen Sorge durch seinen Vater. Der deutsche Gesetzgeber legalisiert damit z.B. in- und ausländische Kindesentführungen durch die "alleinsorgeberechtigte" Mutter, von den anderen staatlichen erlaubten Ausgrenzungen des Vaters mal nicht zu sprechen.