Gewalttätige Väter


 

 

Kriminalität

Baby fast zu Tode gequält

Die Ärzte kämpfen um das Leben eines drei Monate alten Babys. Ein frischer Schädelbruch und weitere Frakturen. Seitdem befindet sich der Vater, Sebastien P., in Haft - er kann sich vor Gericht nicht an die Tat erinnern.

Kerstin Gehrke

1.4.2009 0:00 Uhr

Das Köpfchen des Jungen war hochrot und beängstigend heiß. „Das kommt von den Zähnen“, wiegelte der Vater des damals drei Monate alten Babys ab. Eine Fahrt ins Krankenhaus sei nicht notwendig, meinte er. „Die geben ihm auch nur ein Fieberzäpfchen.“ Mutter und Großmutter des Kleinen bestanden darauf. Wenig später kämpften Ärzte um das Leben des Jungen. Ein frischer Schädelbruch und weitere Frakturen. Seitdem befindet sich Sebastien P., der Vater, in Haft. „Ich weiß aber nicht, wie das mit David passiert sein soll“, beteuerte P. gestern im Prozess um Misshandlung von Schutzbefohlenen vor dem Landgericht. Er könne sich an keinen „Vorfall“ erinnern, meinte der Angeklagte. „Aber ich bin es wohl gewesen. Es war sonst keiner da, der etwas gemacht haben könnte.“ Möglicherweise habe er den Kleinen während eines „Blackouts“ geschlagen. Er sei in der Vergangenheit mehrfach aggressiv geworden, erklärte der aus Frankreich stammende Mann. „Bei der Fremdenlegion erlebte ich Kampfeinsätze, die unauslöschbar in mir sind.“

In der Nacht zum 19. Oktober hatte er David, dessen Zwillingsbruder sowie eine neunjährige Tochter seiner ehemaligen Lebensgefährtin betreut. „Wenn einer ruhig war, schrie der andere“, sagte der Vater über die Nacht in dem Mehrfamilienhaus in Reinickendorf. Er hätte sich jederzeit Hilfe holen können. Die Mutter der Kinder wohnte eine Etage höher, die Oma wie er im Erdgeschoss. Der Angeklagte und die Mutter der Zwillinge kennen sich seit neun Jahren. Sie haben drei gemeinsame Kinder, leben aber getrennt. „Wir hatten oft Streit, aber er war ein guter Vater“, sagte die 34-jährige Frau. Als es David an jenem Sonntag immer schlechter ging, habe sie nicht geahnt, dass Gewalt im Spiel war. Angeblich war am Kopf die Schwellung, die die Ärzte sofort sahen, noch nicht erkennbar.

Im Krankenhaus wurden mindestens ein weiterer, älterer Schädelbruch und ältere Rippenverletzungen festgestellt. Verletzungen, die möglicherweise auch auf das Konto des Vaters gehen. Einige Wochen vor der angeklagten Tat hatte sie einen blauen Fleck am Kopf von David entdeckt. Auch das war nach einer Nacht, in der P. die Zwillinge allein betreut hatte. Als Zeugin aber bagatellisierte sie die Verletzung: „Das war eine ganz normale Beule. Zum Arzt sind wird deshalb nicht gegangen.“

Nach der Anzeige der Ärzte wurden die Eltern festgenommen. Bald erhärtete sich der Verdacht gegen den Vater. Die Mutter kam einen Tag später wieder frei. Alle fünf Kinder leben inzwischen wieder bei ihr. „Sie machen sich super“, sagte sie. „Auch David hat sich positiv entwickelt.“ Den Kontakt zu P. hat sie abgebrochen. Auch die Kinder darf er nicht mehr sehen. Ein Schritt, den er auch in Zukunft respektieren werde, sagte der Angeklagte. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. Kerstin Gehrke

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 01.04.2009)

 

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Polizei-Justiz-Kriminalitaet-Polizei-Ticker-Reinickendorf;art126,2763931

 

 


 

 

 

17.12.2008

Kein Kontakt zu gewalttätigem Vater

Hertener Jugendamt unterstützt Aktion von "Terre des Femmes"

Herten. "Kein Kind soll gerichtlich gezwungen werden, Kontakt zu einem gewalttätigen Vater aufzunehmen", fordert der Hertener Jugendamtsleiter Heinzjürgen Ertmer und unterstützt damit eine aktuelle Initiative der Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes". Auch in Herten gibt es immer wieder Fälle, in denen Gewalttäter per Gerichtsbeschluss Umgangs- oder gar Sorgerecht für ihre Kinder erhalten, obwohl diese unter dem Kontakt leiden. Hertener Bürgerinnen und Bürger können sich an der Aktion beteiligen.

Aber sind es wirklich immer die Väter, vor denen Kinder geschützt werden müssen? „Natürlich würden wir ein Kind im Zweifel auch vor einer prügelnden Mutter schützen, wenn diese ein Umgangsrecht erzwingen wollte“, sagt Heinzjürgen Ertmer. „Doch diesen Fall von häuslicher Gewalt hatten wir in Herten bislang noch nicht.“

„Terre des Femmes“ positioniert sich auf ihrer Homepage ganz klar: „Häusliche Gewalt soll als Indikator dafür dienen, dass Väter ihre Erziehungsberechtigung (wenigstens vorerst) verwirkt haben. Die bestehenden Gesetze sollen Betroffene nicht erneut zu Opfern machen, sondern zu ihren Gunsten und ihrer Sicherheit interpretiert werden“. So lautet der Text, mit dem die Frauenrechtsorganisation darum wirbt, Opfern von Gewalt in der Familie die Konfrontation mit dem Täter zu ersparen. Dem schließen sich Jugendamtsleiter Heinzjürgen Ertmer, Petra Altenbernd, Leiterin des Hertener Frauenhauses, und die Gleichstellungsbeauftragte Christiane Rohde jetzt öffentlich an.

"Die Gerichte treffen manchmal Entscheidungen, die für uns nicht nachvollziehbar sind", erklärt Ertmer und erinnert an einen Fall, zu dem der Bereich Hilfe zur Erziehung als zusätzliches Jugendamt hinzugezogen wurde: Ein Vater, der die Mutter seiner Kinder getötet hatte, wollte nach seiner achtjährigen Haftstrafe gerichtlich ein Kontaktrecht zu seinen Kindern durchsetzen. Der Richter gab dem Mann Recht - mit der Begründung, der Vater habe ja den Kindern keine Gewalt angetan, sondern "nur" der Mutter. Solchen Urteilen soll durch die Unterschriftenaktion von "Terre des Femmes" jetzt ein Riegel vorgeschoben werden.

Wird einem gewalttätigen Ex-Mann und Vater das Umgangsrecht zugesprochen, können die Kinder nicht nur gefährdet, sondern im schlimmsten Fall auch retraumatisiert werden. Das bedeutet konkret: Sie erleben Teile des Traumas durch die Konfrontation mit dem Misshandler wieder neu und fühlen sich ihm häufig erneut ausgelieftert. Hinzu kommt bei kleineren Kindern, dass auch die Kindesmutter so gezwungen wird, den - oftmals mühsam abgebrochenen - Kontakt zu ihrem Misshandler wieder aufzunehmen.

Die Zusammenlegung der vormals getrennten familien- und zivilgerichtlichen Zuständigkeiten, die Beschleunigung von Sorge- und Umgangsentscheidungen der derzeitigen FGG-Reform der deutschen Bundesregierung seien grundsätzlich zu begrüßen, so Ertmer weiter. "Es ist erfreulich, wenn Fälle mit Kindeswohlgefährdungen Vorrang vor anderen Fällen erhalten. "Doch gleichzeitig birgt dieses 'Verfahrensbeschleunigungsgesetz' in Fällen von häuslicher Gewalt auch massive Gefahren für betroffene Frauen und Kinder - nämlich dann, wenn die Sorgfalt der Prüfung und Anhörung der Geschwindigkeit zum Opfer fällt". Deshalb appeliert der Hertener Jugendamtsleiter an die Bürgerinnen und Bürger, die Petition von Terre des Femmes zu unterstützen.

Die Unterschriftenliste liegt noch bis Ende des Monats im Jugendamt (Rathaus-Nebengebäude, 1. Stock) aus oder kann als pdf-Datei heruntergeladen werden. Weitere Informationen finden Sie unter www.frauenrechte.de

 

Pressekontakt: Pressestelle, Nele Däubler (Pressesprecherin), Tel: 02366/303-357, Mail: n.daeubler@herten.de

 

Herausgeber:

Pressestelle der Stadt Herten

45697 Herten

Telefon: (0 23 66) 303-357

Fax: (0 23 66) 303-523

Web: http://www.herten.de

E-Mail: pressestelle@herten.de

 

Sämtliche Texte und Fotos können unter Angabe der Quelle frei veröffentlicht werden, Belegexemplare sind willkommen.

 

http://www.presse-service.de/data.cfm/static/716476.html

 

 

 

Kommentar Väternotruf:

Eigenartig, der Hertener Jugendamtsleiter Heinzjürgen Ertmer fordert  "Kein Kind soll gerichtlich gezwungen werden, Kontakt zu einem gewalttätigen Vater aufzunehmen" und will offenbar keinen einzigen Fall kennen, in dem eine prügelnde Mutter Umgang mit ihrem Kind haben wollte. Vielleicht liegt das einfach daran, dass in Herten Kinder prügelnder Mütter generell im Haushalt der Mutter leben müssen, weil das Jugendamt keine Notwendigkeit sieht, diesen Müttern ihr Eigentum wegzunehmen? Von daher müsste in Herten keine Mutter Umgang vor Gericht einfordern, statt dessen kann sie ihrem Eigentum - dem Kind - die nächste Tracht Prügel gleich im eigenen Haushalt verabreichen. Das ist sehr praktisch und erspart der Stadt Herten und ihrem Jugendamtsleiter Heinzjürgen Ertmer eine Kampagne gegen prügelnde Mütter.

Wenn sich später einmal alle von ihren Müttern geprügelten Kinder der Stadt Herten in der Dienststelle des Hertener Jugendamtsleiter Heinzjürgen Ertmer einfinden würden, dann müsste die Polizei der Stadt Herten die Dienststelle des Heinzjürgen Ertmer wohl wegen Überfüllung schließen. Zum Glück für die Saubermänner von Herten, passiert so etwas in der Wirklichkeit nicht, denn dann müsste Heinzjürgen Ertmer vielleicht sein Weltbild ändern und der Ruf der Stadt Herten wäre für lange Zeit im Arsch.

Im übrigen fraget man sich, ob der Hertener Jugendamtsleiter Heinzjürgen Ertmer etwa meint, am möglicherweise involvierten Amtsgericht Recklinghausen würde von dortigen Familienrichtern mit ihrer Rechtsprechung gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen und es gäbe kein Beschwerdegericht, das Entscheidungen des Amtsgerichtes überprüfen kann? Wenn ja, mag Heinzjürgen Ertmer eine Strafanzeige wegen Rechtsbeugung gegen einen der Richter am Amtsgericht Recklinghausen stellen, dann würde die zuständige Staatsanwaltschaft ermitteln, ob eine solche Tat vorliegt oder eben nicht.

 

 


 

 

Interview

 

"Sanfter Zwang ist der Trend"

In Düsseldorf will Edgar Schulz prügelnde Männer nach kanadischem Vorbild lehren, verantwortungsvolle Väter zu sein.

*taz: Herr Schulz, Sie wollen demnächst in Düsseldorf ein Pilotprojekt starten, dass aus prügelnden Männern einfühlsame Väter machen soll. Gibt es nicht längst genug Hilfsangebote - die nur häufiger genutzt werden müssten?*

*Edgar Schulz:* In der Tat gibt es auch jetzt schon Kurse für Männer, die häusliche Gewalt ausgeübt haben. Dort aber ist die Vaterrolle nur ein Punkt unter vielen. Bei uns steht das Vatersein im Fokus - 17 mehrstündige Sitzungen lang.

*Lässt sich etwas so Komplexes wie die Vaterrolle überhaupt in einem Kurs trainieren? *

Ein solcher Kurs ist immerhin ein Anfang. Zunächst sollen die Männer ihr Verhältnis zum eigenen Vater und Großvater analysieren. In einem zweiten Block widmen sie sich dann dem Blick auf die Kinder. Oft wissen die Männer nicht mal, welche Augenfarbe ihr Kind hat. Und sie verstehen nicht, dass Kinder anders ticken als Erwachsene. Häufig hilft es, wenn wir den Männern sagen: Was willst du, dass dein Sohn in zwanzig Jahren von dir denkt? Die Männer müssen begreifen, dass das Kind, dass sie jetzt nervt, sie ein Leben lang begleiten wird. Oft glauben sie auch, ein gutes Verhältnis zu den Kindern zu haben. Sie meinen: Dass ich die Mutter schlage, hat doch mit dem Kind nichts zu tun. Erst im Kurs wird ihnen dann klar, dass ihr Kind viel weint und ihnen ausweicht. Im dritten Block lernen sie dann Verhaltensregeln.

*Gibt es Vorbilder, an denen Sie sich orientieren? *

Wir übernehmen das Programm aus Kanada. Beim Thema häusliche Gewalt sind Theorie und Praxis im angelsächsische Raum, insbesondere in den USA, Großbritannien und Kanada viel weiter als wir. Dort haben die Diskussionen, die wir jetzt führen, schon in den Neunzigern stattgefunden. In Kanada hat dieses Projekt 2005 begonnen.

*Ist es da nicht noch zu früh, um einzuschätzen, ob sich das Programm bewährt hat? *

Ja. Aber die kurzfristigen Daten, die wir haben, stimmen optimistisch. Zwar blieben nur 60 Prozent der Teilnehmer bis zum Ende dabei. Diese aber zeigen ein messbar verändertes Verhalten. Das berichten die Mütter und Ehefrauen in Kanada, zu denen die Forscher, soweit möglich, Kontakt hielten.

*Ist es nicht zu eng, den Fokus alleine auf Väter zu richten? Schließlich wurden in der letzten Zeit viele Fälle gewalttätiger Mütter bekannt. *

Natürlich gibt es auch Frauen, die ihre Kinder verprügeln. Es ist gut, dass diese alte Vorstellung - eine Mutter ist per se liebevoll - einem realistischeren Bild weicht. Aber wir können nicht die ganze Welt auf einmal retten.

*Wie wahrscheinlich ist es denn, dass die Männer freiwillig in Ihren Kurs kommen? *

Alle Erfahrung zeigt, dass Männer viel seltener als Frauen Therapieangebote aufsuchen. Wir setzen daher auf sanften Druck, etwa durch Jugendämter und Familiengerichte. Ein Richter könnte zum Beispiel einem Vater sagen: Besuche zunächst diesen Kurs. Dann wird entschieden, ob du ein Umgangsrecht für deine Kinder erhältst. Sanfter Zwang ist der Trend der Zeit. Die vielen Fälle misshandelter Kinder haben das Bewusstsein verändert. Die Tendenz geht dahin, dass der Staat sich mehr einmischt und Eltern mehr Auflagen erhalten. Davon zeugen auch die Pläne, die diese Woche im Kabinett diskutiert wurden.

*Besteht bei von oben verordneten Maßnahmen nicht die Gefahr, dass die Männer sie nur absitzen - in Wahrheit ihr Verhalten aber gar nicht ändern wollen? *

Es wird immer Männer geben, die nachdenklich werden. Eine Zauberformel aber, die alle Gewalttäter bekehrt, gibt es nicht. Andererseits sind prügelnde Männer nicht alle Monster. Wir können sie nicht nur von den Kindern fernhalten, wir müssen ihnen auch einen Weg weisen. Wenn wenigstens drei von zehn ihr Verhalten ändern - dann haben wir viel für den Kinderschutz getan.

INTERVIEW: COSIMA SCHMITT

 

 

http://www.taz.de/index.php?id=start&art=1850&id=493&cHash=612ede8a5e

 

 

Posteingang 12.07.2007

 

 

 


 

 

 

 

 

Caring Dad - Diakonie startet Projekt für Prügel-Väter

 

erstellt am: 06.07.2007

"Caring Dad"

Diakonie startet Projekt für Prügel-Väter

(RPO) Kinder leiden unter häuslicher Gewalt, auch wenn sie nicht direkt betroffen sind. Kinder, die mitansehen müssen, wie der Vater die Mutter schlägt, sind verstört und traumatisiert. Ein normales Verhältnis zum Vater ist kaum noch möglich. Für Männer, die wieder eine stabile Beziehung zu ihrem Kind wollen, hat die Diakonie in Düsseldorf jetzt das deutschlandweit einmalige Projekt "Caring Dads" ins Leben gerufen.

„Caring Dads – Fürsorgliche Väter“ ist ein Projekt nach kanadischem Vorbild, das ab Oktober acht bis zehn Vätern die Chance geben soll, wieder verantwortungsvoll mit ihren Kindern umzugehen.

In dem 17-wöchigen Programm müssen die Väter sich ihrer Gewalttätigkeit stellen. Schritt für Schritt lernen sie, was sie tun müssen, um ein guter Vater zu sein: zuhören, Kinder loben, die kindliche Entwicklung verstehen. „All das sind Dinge, die für viele dieser Väter völlig neu sind“, sagt Diakonie-Mitarbeiter Edgar Schulz, der das Projekt mit seiner Kollegin Marion Römer begleiten wird. „Wir werden versuchen, ihnen in diesem Kurs die Grundlagen des Vater-Seins zu vermitteln“. 17 Wochen seien nicht lang, aber ausreichend, damit die Väter grundlegende Verhaltensweisen ändern, sagt Edgar Schulz. Die ersten Erfolge in Kanada zeigten das.

Das Projekt „Caring Dads – fürsorgliche Väter“ führt die erfolgreiche Arbeit der Diakonie mit gewalttätigen Männern weiter. Neben einer speziellen Therapie für sexuell übergriffige Jugendliche gibt es seit einem Jahr ein soziales Trainingsprogramm für Männer, die durch häusliche Gewalt aufgefallen sind. Mit diesem Programm wie auch mit "Caring Dad" können Väter auch eine mögliche Strafe vor Gericht verringern oder ihre Chancen in einem Sorgerechtsprozess verbessern.

http://www.rp-online.de/public/article/regional/duesseldorf/duesseldorf-stadt/nachrichten/455897

 

 

 

 

Kommentar Väternotruf:

 

Gut dass in Düsseldorf jetzt Hilfen für Väter die zu Gewalttätigkeit neigen, angeboten werden. Allerdings sollte man nicht vergessen auch für prügelnde Mütter einen solchen Kurs ins Leben zu rufen, denn bekanntermaßen werden Kinder ebenso häufig von ihren Müttern wie von ihren Vätern geschlagen.

Bei alleinerziehenden Eltern sind es sogar fast ausschließlich Mütter, die ihre Kinder schlagen. Logisch, wenn die Kinder ihren Vater nur aller zwei bis vier Wochen sehen können.

 

 

07.07.2007

 

 

 


 

 

 

 

(07.02.2005 )

Vater entführt eigenes Kind

Polizei verfolgt bewaffneten Bosnier vom Rheinland bis in seine Heimat

Düsseldorf/Sarajevo/Wien - Nach einer dramatischen Flucht quer durch Europa ist der Entführer eines vierjährigen Mädchens aus Nordrhein-Westfalen in Bosnien festgenommen und das Kind befreit worden. Der 29-jährige Vater hatte seine Tochter nach einem Streit mit der Ehefrau im rheinischen Viersen in seine Gewalt gebracht und war in einer wilden Verfolgungsjagd über Österreich, Slowenien, Kroatien bis nach Bosnien geflohen. Im bosnischen Novi Grad stellte er sich am Sonntag den Behörden. Das Mädchen sei wohlauf, teilte die Polizei in Düsseldorf mit.

Das Kind wurde in die Obhut der in Bosnien lebenden Schwester des 29-Jährigen gegeben, berichteten örtliche Medien. Ein Untersuchungsrichter soll am Montag über das weitere Verfahren entscheiden. Starke Polizeikräfte hatten den schwer bewaffneten Bosnier auf seiner 15-stündigen Flucht verfolgt, griffen aber aus Sorge um das kleine Mädchen nicht zu. An einer Tankstelle noch in Deutschland kam es zu einem Schusswechsel, berichtete die österreichische Sondereinheit Cobra. Verletzt wurde dabei niemand.

Gegen den Entführer wurde in Deutschland Haftbefehl wegen Kindesentziehung, Geiselnahme und anderer Delikte erlassen. Zuständig ist die Staatsanwaltschaft Düsseldorf.

Der Bosnier hatte nach einem Streit mit seiner 34-jährigen, getrennt von ihm lebenden Ehefrau in der Nacht zum Sonntag die gemeinsame Tochter Melisa in seine Gewalt gebracht und war Richtung Süden geflohen. Während der Fahrt hatte der Mann ständig mit einer Schusswaffe und zwei Handgranaten gedroht. Das Kind saß angeschnallt in einem Kindersitz auf dem Rücksitz des Fluchtwagens. Erst an der kroatisch-bosnischen Grenze gab der Entführer seine Waffen ab. Wenig später ließ er sich festnehmen.

Der 29-Jährige hatte während der Fahrt immer wieder gedroht, er werde seine Tochter töten, sollte die Polizei versuchen, ihn aufzuhalten. In Passau überquerte er die Grenze nach Österreich. Von dort flüchtete der Mann durch Oberösterreich, die Steiermark und verließ bei Spielfeld Österreich nach Slowenien. Auch an mehreren Mautstellen auf der Autobahn wurde er nicht gestoppt. Der Entführer wurde von österreichischer Seite von einem Observationsteam des Bundeskriminalamtes und Mitgliedern eines Sondereinsatzkommandos verfolgt. Es habe sich während der Fahrt keine gute Zugriffsmöglichkeit ergeben, sagte ein Sprecher.

Nach Informationen der österreichischen Spezialeinheit Cobra hat der Entführer mehrmals erkennen lassen, er wolle nicht, dass seiner Tochter etwas zustoße. Er wolle das Kind in Sicherheit bringen, weil er glaube, dass das Mädchen durch viele Männerbesuche seiner getrennt lebenden Ehefrau Schaden nehme. „Solche Menschen darf man nicht in die Enge treiben“, sagte Cobra-Chef Bernhard Treibenreif der österreichischen Nachrichtenagentur APA zur Begründung der abwartenden Strategie der Polizei. In der Polizeistation von Novi Grad sagte der 29-Jährige örtlichen Fernsehteams, seine Frau habe das Kind vernachlässigt.

dpa

 

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox-neu.php?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/07.02.2005/1634563.asp#art

 

 

 

 


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