Ludwig Salgo

Der Drachentöter


 

 

Prof. Dr. Ludwig Salgo (Prof. FH Frankfurt)

Geboren am 24. November 1946 in Budapest

http://www.dfgt.de/resources/Fotos_DFGT/2011/Arbeitskreise%201-24/Arbeitskreis%2012/index.html#DFGT2011_0598A.jpg

 

 

Außerplanmäßige Professorinnen und Professoren

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apl. Prof. Dr. Ludwig Salgo (Prof. FH Frankfurt)

- Bürgerliches Recht, Zivilverfahrensrecht, Sozialrecht und Rechtsvergleichung.

Tel. 798-28479

 

http://www.jura.uni-frankfurt.de/l_Personal/apl_prof/index.html

Stand 12/2010

 

 

Kommentar Väternotruf:

Leider kennen wir die Dissertation von Herrn Salgo noch nicht. Aus welchem Jahr ist die eigentlich und zu welchem Thema. Sicher stehen da ganz interessante Sachen drin, die eine Erörterung verdienen.

 

 

 


 

 

Vidoemainstreaming im Bundestag.

26. September 2011

Bundeskinderschutzgesetz

Überwiegend positiv bewertet haben Experten das geplante Bundeskinderschutzgesetz, das Kinder und Jugendliche vor Missbrauch und Verwahrlosung schützen soll. In der Anhörung des Familienausschusses am 26. September hieß es aber auch, das Gesetz sei unterfinanziert.

http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?action=search&contentArea=details&offsetStart=0&id=1339344&&instance=m187&categorie=Ausschusssitzungen&mask=search&committee=alle&&destination=search

 

 

Kommentar Väternotruf:

Als "Experte" auch geladen Ludwig Salgo. Da möchte man doch gerne auch wissen, welche Partei auf diese Idee kam.

 

 

 


 

 

Georg als Drachentöter 

Als während der Zeit der Kreuzzüge der Erzengel Michael, ein beliebter Schutzpatron, an Popularität verlor, wurde die Eigenschaft des Drachentöters (Off 12,7-9) auf Georg übertragen. Dies geschah mehr als ein halbes Jahrtausend nach der Verbreitung seiner Märtyrer-Legende. Da die Märtyrer-Legende mit dem Tod endet, wurde die Drachen-Legende vorangestellt. Besonders verbreitet hat sich später die Version der Legenda aurea, die selbst aus verschiedenen Textversionen zusammen gesammelt wurde. In ihr befinden sich auch Anklänge an weitere Legenden (wie beispielsweise der Drachen-Legende der Heiligen Martha von Bethanien). Die Drachenlegende des Georgs von Kappadokien ist ähnlich verschiedenen Rittermärchen. Der Unterschied liegt hierbei in der Aussage. Georg rettet die jungfräuliche Königstochter vor einer Bestie, dem Drachen, indem er diesen tötet. Die Königstochter ist ein Opfer, das der Drache von der Bevölkerung fordert. Das Land ist nach der Tötung befreit und Georg rät zur Taufe. Diese wird im großen Stil veranlasst. In verschiedenen Versionen der Legende an einer unterschiedlich großen Menschenanzahl, die die Wirkung des Wunders verdeutlichen soll. Hubertus Halbfas weist darauf hin, dass Georg nicht die Königstochter heiratet, da die Taufe das inhaltliche Ziel der Legende ist. Der Drachenkampf ist der mutige Kampf gegen das Böse. Im christlichen Zusammenhang lässt sich der Drache zumeist mit dem Teufel gleichsetzen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_(Heiliger)

 

 

 


 

 

Ludwig (László - Laszlo) Salgo

Prof. Dr. Ludwig Salgo ist Jurist an der Fachhochschule und Universität Frankfurt am Main und ein rigider Kritiker der Gemeinsamen elterlichen Sorge "im Regelfall", die es, entgegen der Vorgabe des Grundgesetzes, als Regelfall allerdings bedauerlicherweise noch gar nicht gibt, da im Bürgerlichen Gesetzbuch keine klaren Vorgaben bezüglich des Vorrangs der Beibehaltung der Gemeinsamen Sorge gemacht wird, sondern davon ausgegangen wird, dass jedem Elternteil vom Familiengericht jederzeit das Sorgerecht entzogen kann, sobald dies der andere Elternteil (in der Regel die Mutter) das wünscht. Der totalitäre Staat lässt grüßen.

Nur wenige Männer sind in der Bundesrepublik derartig Frauen- und mütterlastig in Erscheinung getreten wie Ludwig Salgo. Schon 1983 veröffentlichte Salgo gemeinsam mit Gisela Zens das Buch "Zur Diskriminierung der Frau in Recht der Eltern-Kind-Beziehung". Dies ist an sich noch kein Hinweis auf Parteilichkeit zugunsten von Frauen und Müttern. Wenn das Frauen- und Mütterthema aber das Lebenswerk dominiert, dann muss man sich schon fragen, was bei dem Mann Ludwig Salgo biographisch schiefgelaufen sein könnte, dass er so wenig Respekt vor Männern zu haben scheint und so viel den Frauen um den nicht vorhandenen Bart geht..

Mutter und Kind, so macht es immer wieder den Anschein bei Salgo, sind eine naturgegebene Einheit und der Staat hat dafür zu sorgen, dass dies auch seine rechtliche Fixierung findet. Väter finden bei Salgo nur marginale Beachtung, Vorrang hat die Mutter.

Wieso sich Salgo, der 1946 in Ungarn geboren wurde zu einem derartigen Exponenten partikularer Mütterinteressen entwickelt hat, kann man sicher aus seiner Biografie erklären. Leider ist diese noch nicht veröffentlicht, und so kann man nur bei Spekulationen verbleiben, was in seiner Lebensentwicklung schief gelaufen sein muss, dass er sich so dezidiert und einseitig für die Interessen von Müttern einsetzt. Wir wünschen Herrn Salgo, dass er schnellstmöglich die Juristerei an den Nagel hängt und sich um das Schreiben und die Aufarbeitung seiner Biographie kümmert.

Spannend wäre es, mal  zu erfahren, welche Vater-Mutter-Geschichte Salgo eigentlich selbst hat. Unsere These dazu, entweder war sein Vater schwach, abwesend, gewalttätig oder er stand schlichtweg unter dem Pantoffel seiner Frau. Das soll ja in den besten Familien vorkommen. Auf alle Fälle kann es wohl keine positive besetzte Vaterfigur gewesen sein, sonst könnte man sich die Mutterfixiertheit von Salgo wohl kaum erklären. 

 

Ludwig Salgo dürfte einer der wenigen, nach den wilden 70-er Jahren, in denen es in studentischen Kreisen als schick galt in einer Männergruppe über die Übel des Patriarchats zu räsionieren und sich in Selbstgeißelung zu üben, übriggebliebenen männlichen Feministen in Deutschland sein. Von daher wäre er wohl gut geeignet als Quotenmann im Bundesvorstand der Feministischen Partei "Die Frauen" zu präsidieren. 

Nun ist ja Feminist heute kein Schimpfwort mehr, so dass wir daher, aber auch wohl auch auf Grund des Selbstverständnisses von Herrn Salgo nicht erwarten müssen, wegen Beleidigung angezeigt zu werden. Bei der Bezeichnung eines Menschen mit Schwuler liegt dank der gesellschaftlichen Liberalisierung inzwischen auch keine Beleidigung mehr vor, nur Faschist darf man in Deutschland niemanden nennen, wenn doch, dann rennen die solcherart Benannten gleich zum Landgericht und bekommen auch prompt eine Verfügung durch, in denen untersagt wird, diesen Menschen mit Faschist zu bezeichnen.

Dabei deutet vieles darauf hin, dass es in Deutschland nicht wenige faschistoider Menschen gibt, die es teilweise sogar geschafft zu haben scheinen, sich bis in gesellschaftlich angesehene Positionen hochzuarbeiten oder hochzuschleimen. In der DDR geschah diese ja bekanntlich vielfach mit Hilfe des SED Parteibuches, in der Bundesrepublik Deutschland ist es günstiger sich zum Wortführer des gerade gesellschaftlich angesagten Mainstreams zu machen, so z.B. als Kämpfer gegen Männergewalt, gegen Kinderschänder, Väter als Täter und unterhaltsflüchtige Väter. Volkes Seele braucht ja immer eine Tätergruppe, auf die sie ihre aufgestaute Wut, die anderswo kein Ventil zu finden scheint, abladen kann.

 Trotz der ausgewisenen feministischen Ansichten von Ludwig Salgo hat der Mann es bisher immer wieder geschafft, sich zu Fachveranstaltungen zum Kindschaftsrechte als Referent einladen zu lassen und dort über seine Ansichten zum Kindeswohl zu referieren. Dies könnte man ja noch tolerieren, wenn Salgo wenigstens als Vertreter des Arbeitskreises sozialdemokratischer Frauen angesagt wäre oder wenigstens als redaktioneller Mitarbeiter bei Alice Schwarzers Zeitschrift "Emma". Doch so bleibt die Frage, ob die Veranstalter nicht wissen was sie tun, oder wenn sie es wissen, ob sie auch den Kindern, um die es angeblich immer gehen soll, dadurch gerecht werden. 

 

Salgos wesentlichen Standpunkte kann man in dem Gott sei Dank von der kindschaftsrechtspolitischen Entwicklung inzwischen inhaltlich beerdigten Aufsatz "Zur gemeinsamen elterlichen Sorge nach Scheidung als Regelfall - ein Zwischenruf", in "FamRZ", 8/1996 nachlesen. Angesichts des faktischen Plädoyer Salgos für die Beibehaltung der Vorrangstellung von Müttern, verwunderte es nicht, dass Salgo vor der Verabschiedung der Kindschaftsrechtsreform am 1.7.1998 einer der beliebtesten Redner auf Veranstaltungen der "Alleinerziehenden-Mütter-Lobby", sei es auf Tagungen des VAVM oder auf der von MdB Christina Schenk (PDS) organisierten Veranstaltungen. Wo immer er auftauchte, war er in den Pausen gleich umringt von begeisterten Müttern der Alleinerziehendenfraktion. Es fehlte nicht viel und frau hätte wohl Autogramme oder gar eine Tete-a-tete mit ihm erbeten.

Auch nach Inkraftreten der Kindschaftsrechtsreform hat Salgo seine mütterfixiertes Engagement wohl nicht wesentlich reduziert. Auf einer Fachtagung im Jahr 2000 plädierte Salgo für im Streitfall rigide Umgangsregelungen, d.h. Umgang zwischen Kind und Vater möglichst nur in homöopathischen Dosen.  Oder im Zweifelsfall für die gerichtlich verfügte Aussetzung des Umganges. Dazu gibt er ein kleines Trostbonbon für die betroffenen Väter. So hätte eine Studie von Wallerstein festgestellt, dass die Kinder später wieder Kontakt zu ihrem Vater aufgenommen hätten. Was Salgo nicht sagte, die Jahre in denen der Kontakt zwischen Vater und Kind unterbunden war, lassen sich auch später nicht nachholen. 

Wenn Salgo als einer der engagierten Verfechter einer eigenständigen Interessenvertretung für Kinder, die sich seit 1998 in dem Institut der Verfahrenspflegschaft niedergeschlagen hat, gilt, so muss dies bei ihm als doppelbödig bezeichnet werden. De facto fordert Salgo von Verfahrenspflegern bei Kindern, die von Müttern im Trennungskonflikt gegen den Vater instrumentalisiert wurden, die unkritische Übernahme des "geäußerten Kindeswillen" durch den Verfahrenspfleger und damit eine Fixierung des negativ gefärbten Vaterbildes durch das betroffene Kind und eine Fortführung symbiotischer Verklammerung zwischen Mutter und Kind. Eine solche Sprachrohrfunktion eines Verfahrenspflegers kann man nicht anders als kindeswohlschädigend bezeichnen und Salgo muss sich vorwerfen lassen, dem die theoretische Rechtfertigung gegeben zu haben.

 

Gelegentlich wird Salgo nachgesagt, er sein ein männlicher Feminist - ob das ein Lob oder ein Tadel sein soll, sei dahingestellt - jedenfalls wäre das durchaus denkbar, doch ob er in einem solchen Fall im Familien- und Kindschaftsrecht der geeignete dem Kindeswohl verpflichtete Experte ist, darf sicher zu Recht bezweifelt werden. Möglicherweise wäre er ein idealer Mitherausgeberin der "Emma", doch diese hat, soweit bekannt, Männer noch nicht als Mitherausgeberinnen zugelassen. 

Spannend wäre es, mal ein Streitgespräch zwischen dem Wiener Analytiker und Scheidungsforscher Helmut Figdor, oder dem Berliner Psychoanalytiker Horst Petri, einem engagierten Verfechter für die gelebte Vater-Kind-Beziehung und Salgo zu organisieren. Und damit Salgo dort nicht allein sitzen müsste,  könnte er die PDS-Frontfrau Ex-MdB Christina Schenk an seine Seite bitten und vielleicht noch die Münchener Gallionsfigur Anita Heiliger. Wäre doch ein nettes Team, Salgo eingerahmt von zwei Kämpferinnen gegen Männerbosheit.

 

 

 


 

 

 

 

Familienstand: Alleinerziehend

Plädoyer für eine starke Lebensform

Im April erscheint Christina Bylows neues Buch über das Leben in der Einelternfamilie.

Der Verlag beschreibt es wie folgt: Christina Bylow geht es in ihrem Buch um die Anerkennung einer Lebensform, die in den letzten Jahren explosiv zugenommen hat. Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Staates – Alleinerziehende dagegen nicht. Die Autorin beleuchtet alle Facetten dieser Lebensform, die weder wirklich wahrgenommen noch als gleichwertig anerkannt wird. Das an Zukunftsperspektiven, Ideen und Lösungen reiche Buch versteht sich als engagierter Anstoß zu einer Debatte, die noch immer mit Ideologie überfrachtet ist. Es liefert auch einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Sorgerechts-Reform.

Lebendig wird es durch Interviews mit Persönlichkeiten wie Elisabeth Badinter, Prof. Dr. Ludwig Salgo und Anke Mende vom VAMV-Bundesvorstand. (peg)

Christina Bylow: Familienstand: Alleinerziehend,

Plädoyer für ein starke Lebensform

Gütersloher Verlagshaus, erscheint im April 2011

http://www.vamv.de/fileadmin/user_upload/bund/dokumente/Publikationen/Info_Nr.2_2011.pdf

 

 

 

Kommentar Väternotruf:

Wenn man denn schon das fürchterliche Unwort "Einelternfamilie" benutzt, dann käme man nicht umhin, dem Kind getrennt lebender Eltern zu bescheinigen, dass es Mitglied in zwei "Einelternfamilien" ist, der väterlichen "Einelternfamilie" und der mütterlichen "Einelternfamilie". Am besten aber man entsorgt diesen Begriff gleich im Historischen Museum, Abteilung Mittelalter.

Elisabeth Badinter und Prof. Dr. Ludwig Salgo, seltsamer könnte eine Mischung wohl nicht sein. Da die emanzipierte Frau aus Frankreich und dort Herr Ludwig Salgo, bekannt für seinen "Zwischenruf" gegen die gemeinsame elterliche Sorge aus dem Jahr 1996 der Gottlob im Weltall verhallt ist und sein nimmermüdes Auftreten für die mütterliche Dominanz in getrennt lebenden Familien.

Ludwig Salgo "Zur gemeinsamen elterlichen Sorge nach Scheidung als Regelfall - ein Zwischenruf", in "FamRZ", 8/1996

27.10.2011

 

 


 

 

 

Ludwig Salgo

Geboren am 24. November 1946 in Budapest. Er war zehn, als seine Mutter nach dem Volksaufstand in Ungarn mit ihm in die Bundesrepublik floh.

Nach dem Studium der Rechts- und Gesellschaftswissenschaften in Tübingen und Frankfurt am Main arbeitete er von 1977 bis 1982 als Rechtsanwalt, und ging dann zurück an die Goethe-Universität Frankfurt.

Eine erste Professur trat Ludwig Salgo 1988 an, heute lehrt er Rechtswissenschaft an der Goethe-Universität sowie Familien- und Jugendrecht an der Fachhochschule Frankfurt am Main.

Schwerpunkte seiner Forschung und Lehre sind das Verhältnis Eltern-Kind-Staat: Dazu zählen Kindeswohlgefährdung, Sorge und Umgang nach Elterntrennung, geschlechtsspezifische Diskriminierung in der Eltern-Kind-Beziehung, die Interessenvertretung Minderjähriger vor Gericht ("Anwalt des Kindes").

Berliner Zeitung, 30.06.2007

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/magazin/666365.html

 

 

 

Kommentar Väternotruf:

Hat Herr Salgo auch einen Vater? Sicherlich ja, denn er wird nicht, so wie angeblich das Jesuskind, das Ergebnis einer unbefleckten Empfängnis sein.

Doch warum wird Salgo`s Vater in der Biografie nicht genannt, dafür aber seine Mutter? Man nehme seine Finger und zähle bis zehn. Und wenn das auch nicht hilft, haue man sich auf den eigenen Kopf und bestelle die Berliner Zeitung, die sich als Plattform für die Ideen des Herrn Salgo anbietet, umgehend ab.

Ansonsten lasse man einfach mal seinen Blick mal die USA schweifen, vielleicht findet man da noch Spuren des Vaters von Ludwig (László - Laszlo) Salgo.

06.07.2007

 

 


 

 

Vater um jeden Preis?

Zur Kritik am Sorge- und Umgangsrecht

erschienen Januar 2008 | 407 Seiten

Frauenoffensive

19.90 € inkl. MwSt.

ISBN 978-3-88104-381-6

 

 

Inhalt

Vorwort 7

Anita Heiliger: Einleitung 9

 

Ideologische Konstruktionen

Anne-Marie Barone: Familienmediation und die "gute Scheidung". Die Ideologie der untrennbaren Familie 18

Elke Ostbomk-Fischer: Das "Kindeswohl" im Diskurs und Konflikt zwischen Wissenschaft und Praxis 24

 

Kritik der Praxis im Sorge- und Umgangsrecht

Sibylla Flügge: Rechtspädagogik als Risiko 37

Zum Beschluss des OLG Frankfurt am Main vom 11.5.2005 Ludwig Salgo Grenzen der Staatsintervention zur Durchsetzung des Umgangsrechts 45

Kerima Kostka: Kinder brauchen beide Eiltern - aber um jeden Preis? 69

Erika Schreiber, Heike Schröder und Susanne Seil: Sind Kinder nach innerfamiliärem noch zu schützen ? 75

 

Kindeswohl, Kindeswille und Kindeswohlgefährdung bei "häuslicher" Gewalt

Jörg Fegert: Fragen des Kindeswohls in Sorge und Umgangsrechtsverfahren 84

Heinz Kindler: Auswirkungen häuslicher Gewalt auf Kinder 110

 Andrea Brebeck: Kindeswohl und Kindeswille. 122

Line Problemskizze über die Tendenzen des Kindschaftsrechts Susanne Heynen: Möglichkeiten und Grenzen der Beratung von Müttern 135

 

 

"Häusliche" Gewalt und ihre Berücksichtigung im Umgangsrecht

Flke Ostbomk-Fischer: Das Kindeswohl im Ernstfall 152

Susanne Heynen: Risiken des Umgangs bei häuslicher Gewalt 169

Ludwig Salgo Häusliche Gewalt und Umgang 174

 

 

Kritik der Theorie und Praxis des sogenannten "elterlichen Entfremdungssyndroms" (PAS)

 

Jörg Fegert: Parental Alienation oder Parental Accusation 19-t Syndrome? Die Frage der Suggestibilität, Beeinflussung und Induktion in Umgangsrechtsverfahren

Camel S. Bruch: Parental Alienation Syndrome und Parental Alienation. Wie man sich in Sorgerechtsfällen auch irren kann. 215

Jörg Fichtner: Elterliche Entfremdung, neue Väterlichkeit und hegemoniale Männlichkeit. Was macht eigentlich das "PAS"? 231

 

Vaterrechtsbewegung und Väterlichkeit

Magnus Klaue: Men's Health. Die Nation wird von Finanzen, Lesben und Rabenmüttern unterwandert. Doch der "Väteraufbruch" leistet Widerstand 250

 Magnus Klaue: Papa unser. Die Propagandisten der Väterbewegung geben sich als Verteidiger des Kindeswohls. In Wahrheit betreiben sie die Restitution väterlicher Macht 254

17-12-2009, 23:59

RE: Magnus Klaue über Kristina Köhler

Klaue schiesst seine Polemikblasen leider grundsätzlich ohne Basis ab. Der reisst sich ein paar Schlagworte aus anderen Medien heraus und hämmert sich was draus zusammen. Ich würde dir ansonsten recht geben, aber seine Kritik ist einfach zu willkürlich, um daraus etwas zu schliessen.

Bei dem bin ich mir nicht mal sicher, ob es ihn als Person gibt. Magnus heiss "Der Grosse, gross". Grosse Klaue. Das stinkt doch nach Pseudonym, nach Kunstfigur in der Rolle eines Agent Provokateurs. Klappt ja auch, die Links werden herumgereicht und erhöhen die Zugriffszahlen dieses traurigen Blättchens.

http://www.trennungsfaq.de/forum/showthread.php?tid=69&pid=3432#pid3432

24-12-2009, 09:57

RE: Magnus Klaue über Kristina Köhler

Eben seh ich, dass der auch mit altbekannten Figuren wie Anita Heiliger zusammen publiziert: In "Vater um jeden Preis - Zur Kritik am Sorge- und Umgangsrecht Verlag Frauenoffensive" (München 2008, 407 Seiten) ist ein Beitrag von ihm drin. Darin schreiben Heiliger und Klaue über die angeblich so einflussreiche Väterrechtsbewegung, "Dieser Bewegung und ihren Einflussmöglichkeiten widmen sich Magnus Klaue und Anita Heiliger in mehreren Beiträgen pointiert, analytisch und teilweise ironisch.".

Ich denke, der hat Schiss vor der eigenen Schreibe und sich deshalb ein Pseudonym zugelegt, eine leicht merkbare "Marke". Da kriegt er Aufträge, wenn es irgendeinem Redakteur einfällt, "mal was kritisches über Väter" zu bringen. Da war doch dieser Klaue, der könnte doch mal was schreiben. Müller, rufen sie den mal an.

http://www.trennungsfaq.de/forum/showthread.php?tid=69&pid=3432#pid3432

 

Anita Heiliger: In Nomine Patris. Die Interessen und Praxen der Vaterrechtsbewegung 259

Kritik der geplanten Reform des familiengerichtlichen Verfahrens in Kindschaftssachen/Kritik des "Cochemer Modells"

Sabine Heinke: Umgangsrecht und Partnerschaftsgewalt 271

nicht nur ein mechanisches Problem Konferenz der Frauenhäuser in Rheinland-Pfalz: 277

Stellungnahme zum Cochemer Modell im Hinblick auf Gewalt in engen sozialen Beziehungen Wildwasser: Standpunkt der AG Recht 291

zum Regierungsentwurf zur FGG-Reform Gemeinsame Erklärung zum Regierungsentwurf zur FGG-Reform 291

 Tanja Fauth-Engel: Möglichkeiten und Grenzen interdisziplinärer Kooperation 302

 

Forschungsergebnisse zu Trennung und Scheidung

Monika Schröttle: Probleme im Kontext von Trennung und Scheidung 315

 Kerima Kostka: Elterliche Sorge und Umgang bei Trennung und Scheidung - unter besonderer Berücksichtigung der Perspektive des Kindes 323

 Judith Wallerstein: Langzeitwirkungen der elterlichen Ehescheidung auf Kinder 340

 

ANHANG

 

Urteile zur Einschränkung oder Aussetzung des Umgangsrechts 360

 Autorinnen

 

 

Kommentar Väternotruf:

"Dieses Buch ist Teil des Kongresses "Kinderschutz und Kindeswohl im Sorge- und Umgangsrecht", der in einer Kooperation zwischen der Zentralen Informationsstelle der Autonomen Frauenhäuser ZIF, der Fachhochschule Frankfurt, Fachbereich 4, und dem Münchner Kommunikationszentrum für Frauen zur Arbeits- und Lebenssituation Kofra im Januar 2008 in Frankfurt a. M. stattfand."

Seltsam, dass die aus Steuermitteln finanzierte Fachhochschule Frankfurt am Main, sich an diesem Kongress beteiligt hat. Steuern werden bekanntlich ja auch von Männern bezahlt, die an solcherart Literatur in der Regel kein Interesse haben

Traurig auch, dass sich Jörg Fichtner und Heinz Kindler dazu benutzen ließen, dieses seltsame Buch mit einem Vorwort von Anita Heiliger durch eigene Beiträge aufzuwerten. Bei Herrn Ludwig Salgo verwundert das ja nicht. Eine der wenigen männlichen Ikonen der vulgärfeministischen Bewegung, fehlt nur selten, wenn es gilt gegen böse Väterrechtlicher zu wettern. Sozusagen ein Karl Eduard von Schnitzler unser Tages aus Frankfurt am Main

 

 


 

 

Familienrechtler über Kindesmisshandlung

"Wir brauchen mehr Kontrollen"

Um Kindesmisshandlungen zu verhindern, muss es mehr und verpflichtende Vorsorgeuntersuchungen geben, sagt der Familienrechtler Ludwig Salgo. Und weniger Fehler seitens der Jugendämter.

taz: Herr Salgo, nach dem jüngsten Fall von Kindesmisshandlung in Schwerin wird gefordert, bisher freiwillige Vorsorgeuntersuchungen zur Pflicht zu machen. Ist das denn sinnvoll?

 

LUDWIG SALGO, Jahrgang 1946, lehrt Jura am Fachbereich soziale Arbeit und Gesundheit an der Fachhochschule Frankfurt/Main und an der juristischen Fakultät der Frankfurter Universität. Der Familienrechtler befasst sich vor allem mit den Rechten von Kindern. Mehr Informationen zum Thema und eine Publikationsliste des Autors finden sich bei der Arbeitsgemeinschaft für Sozialberatung und Psychotherapie, www.agsp.de

 

Ludwig Salgo: So, wie die Untersuchungen U 1 bis U 9 derzeit aussehen, bringt eine Verpflichtung nicht viel. Den Kinderärzten fehlt die Zeit und die Kompetenz, um Kindeswohlgefährdungen zu erkennen. Nicht alle Fälle sind so eindeutig wie die Fälle Kevin oder Lea-Sophie. Die Untersuchungen müssten um psychosoziale Aspekte erweitert - und dann verpflichtend werden.

 

Welche Sanktionen für Eltern sind denkbar, die ihre Kinder den Untersuchungen entzögen?

Eltern sind verpflichtet, an der Aufklärung und Vermeidung von Gefährdungsrisiken mitzuwirken. Wenn sie das nicht tun, können sie dazu gezwungen werden. Hessen erarbeitet gerade ein entsprechendes Gesetz: Demnach müssen Ärzte alle durchgeführten Vorsorgeuntersuchungen melden. Eltern, die Untersuchungen unterlassen, werden zentral erfasst und an ihre Teilnahmepflicht erinnert. Reagieren sie nicht, wird das Jugendamt eingeschaltet. Führen auch dessen Aktivitäten zu nichts, wird das Familiengericht informiert; dieses kann die Eltern zur Teilnahme zwingen. Dann sind auch Beschränkungen im Sorgerecht möglich.

 

Die Jugendämter würden stark in Familien eingreifen. Wie verhindert man Missbrauch?

Wir brauchen in den Jugendämtern Mitarbeiter, die erfahren und gut ausgebildet sind, auch im Umgang mit schwierigen Klienten und im Umgang mit Zwangskontexten. Die Jugendämter brauchen Zeit, Gelassenheit, sie müssen externe Experten wie Psychologen und Psychiater hinzuziehen. Die Jugendämter müssen sich öffnen. In den Ämtern gibt es weniger ein Ressourcenproblem als eines der Haltungen und Einstellungen: mangelnder Mut, Opportunismus und ein nicht adäquates Methodenrepertoire. Auch fehlt es oft an einer rechtlichen Beratung der Fachkräfte.

 

Ein anderes Konzept setzt auf Hilfsangebote. In Dormagen oder Potsdam zum Beispiel besuchen Sozialarbeiter Familien mit Neugeborenen mit Einwilligung der Eltern. Eine gute Idee?

Alles, was mehr Vertrauen in Ämter und Hilfsstrukturen schafft, ist gut. In Deutschland wird die Verantwortung für Kinder nicht so selbstverständlich als eine gesellschaftliche verstanden wie in anderen Ländern. Da haben wir noch viel an den Schatten der Vergangenheit zu arbeiten.

 

Erreicht man mit solchen Beratungsangeboten die Kinder, die es brauchen?

Wenn durch sie ein Unterstützungsnetzwerk entstünde und Neugeborene in großer Zahl erreicht würden, wäre das gut. Bei einem Teil der Eltern, die etwa suchtmittelabhängig oder psychisch krank sind, werden wir ohne gerichtliche Auflagen oder sogar Sorgerechtsbeschränkungen nicht auskommen. Justiz, Jugendhilfe und Gesundheitsdienste müssen weit mehr als bisher kooperieren. Kontrollmaßnahmen sind unvermeidbar. Es gibt kein perfektes System, das alle Katastrophen verhindern kann. Derzeit begegnen wir indes leicht vermeidbaren Fehlern.

 

Sind Fälle wie Lea in Schwerin oder Kevin in Bremen Einzelfälle?

Nein, die Jugendämter leisten jährlich in über 600.000 Fällen die sogenannte Hilfe zur Erziehung. Etwa ein Drittel dieser Kinder kann als erheblich gefährdet gelten. Bei diesen Leistungen der Jugendämter schwingt schon das staatliche Wächteramt mit, obwohl die Eltern sie freiwillig in Anspruch nehmen. Die Jugendämter sind damit auch sehr erfolgreich. Doch müssen Hinweise auf Gefährdung des Kindeswohls in Zukunft noch sorgfältiger überprüft werden: Geschwisterkinder müssen mit angesehen werden, und wenn ein Kind bei Hausbesuchen wiederholt nicht da ist, ist dies ein Warnsignal. Die staatlichen Institutionen und die freien Träger müssen mehr zusammenarbeiten; Polizei, Justiz und Psychiatrie dürfen nicht dämonisiert werden. Wir werden künftig auch mehr Kinder sehen, die aufgrund einer richterlichen Anordnung in eine Kita oder andere Einrichtung gehen.

 

Gibt es also eine Bewegung weg von den Eltern hin zu mehr Kinderrechten?

Bei einer oberflächlichen Betrachtung könnte das so aussehen, die Wirklichkeit ist sehr widersprüchlich. Wir sehen eine paradoxe Entwicklung. Es gibt die Idee: Wir werten die Elternrechte weiter auf und machen sie somit stärker. Es fehlt die Einsicht, dass es eine ziemlich geringe Anzahl von Eltern gibt, die es nicht schaffen, auch wenn sie Hilfe bekommen.

 

Welche Verantwortung trägt das soziale Umfeld - Großeltern, Nachbarn - gegenüber verwahrlosten Kindern?

Bei Eltern, die mit ihren Kindern überfordert sind und sich Hilfen verschließen, sind auch Großeltern und Nachbarn hilflos. Ihnen bleibt nur übrig, sich mit ihren Sorgen ans nächste Jugendamt zu wenden. Dort könnten sie leider auf Mitarbeiter stoßen, die bei ihnen, den sogenannten Fremdmeldern, das Problem sehen und nicht bei den Eltern, die sie "denunzieren". Sicher wird es Fälle von Fehlalarm geben. Aber lieber einmal zu viel kontrolliert, als ein Kind zu übersehen. Die meisten Eltern werden dafür Verständnis haben.

 

INTERVIEW: HEIKE HOLDINGHAUSEN

 

http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/wir-brauchen-mehr-kontrollen-der-eltern/?src=ST&cHash=071fa2423b

 

Posteingang 05.12.2007

 

 

 

Kommentar Väternotruf:

So einfach ist das. Man braucht nur mehr Kontrollen einzurichten und schon wird es allen gut gehen. Aber das hatten wir doch schon mal in der DDR. Das da keine Kinder zu schaden gekommen wären, ist allerdings ein Irrglaube, dem womöglich auch der Frankfurter Ludwig Salgo anhängt. Es läßt sich ja auch gut verkaufen, das dumme Volk dürstet nach einfachen Lösungen und beschert sich hinterher auf infantile Art, dass sie von bösen Führern verführt worden wären.

Die DDR ist tot, es lebe die DDR. Man könnte die neue Superjugendamtsüberwachungsbehörde in der Berliner Normannenstraße  einquartieren. Dort hatte früher die DDR-Staatssicherheit unter ihrem Minister Erich Mielke ihren Sitz. so käme der olle Bau wenigstens wieder zu allen Ehren.

Wenn Margot Honecker die Reise aus dem fernen Chile zu weit sein sollet, dann laden wir eben Ludwig Salgo aus Frankfurt am Main ein. Der kommt ja gewissermaßen auch aus dem Osten, aus Ungarn. Vielleicht stößt auch noch sein alter Vater mit dazu, der könnte dann man eben erzählen, wie er es früher mit dem Kinderschutz gehalten hat.

Dann installiere man noch in jedem Wohnhaus einen Jugendamtsblockwart. Wie sagte doch der Frankfurter Ludwig Salgo: "Sicher wird es Fälle von Fehlalarm geben. Aber lieber einmal zu viel kontrolliert, als ein Kind zu übersehen. Die meisten Eltern werden dafür Verständnis haben."

Zur Einweihung der neuen Überwachungsbehörde wird dann aus Chile DDR Ex-Bildungs- und Jugendministerin Margot Honecker eingeflogen, die dann gleich mal erzählen kann, wie gut das früher in der DDR funktioniert hat und wie dumm Helmut Kohl 1989 war, als er sie nicht gleich in seine CDU-Regierungsmannschaft aufgenommen hat. Dass hätte manche Frustrationen im Osten erspart und wir müssten heute nicht darüber diskutieren, wie dringend wir mehr Überwachung von Eltern und Familien benötigen

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Montag, 2. Juli 2007 16:49

An: 

Betreff: Re: 

 

Hier mein Leserbrief-Beitrag aus Sicht eines "erwachsenen Scheidungskindes" zu dem Interview aus der Berliner Zeitung:

Ich bin ein sog. "erwachsenes Scheidungskind" (42) und habe auch die in diesem Bericht erwähnte Entfremdung von einem Elternteil miterlebt und möchte hierzu gerne meine persönlichen Erfahrungen mitteilen.

Es gibt erst seit wenigen Jahren Langzeitstudien über die Spätfolgen von Scheidungskindern und welche Auswirkungen eine Elternentfremdung haben kann. Mir fehlt in diesem Interview mit Hr. Salgo eben diese wichtige Komponente und ich frage mich nun, warum auch diese Erkenntnisse hier nicht eingeflossen sind? Auch ist die Fragestellung "Zu wem gehört das Kind?" nicht wirklich relevant, weil ein Kind, egal ob aus einer heile-Welt-Familie oder einer Scheidungsfamilie....zu niemanden gehören sollte. Die Frage müßte richtigerweise lauten: "Wen braucht das Kind?".

Ich denke, meine persönliche Geschichte gibt deutlich Aufschluß darüber:

Meine Eltern trennten sich 1968, als ich 4 Jahre alt war. Anfangs bemühte sich mein Vater den Kontakt zu uns Kindern aufrechtzuerhalten. Da meine Mutter 2 Jahre später nochmals heiratete und mit uns in eine andere Stadt zog, fanden die Treffen kaum mehr statt. Hinzu kam, dass ich aufgrund der andauernden Streitigkeiten meiner Eltern den Kontakt zu meinem Vater gänzlich abbrach. Als Kind spürte ich den Hass meiner Mutter deutlich, auch wenn sie nicht darüber offen sprach. Mit 15 Jahren erlebte ich die 2. Scheidung und stand auch dieser Situation hilflos gegenüber. Als Kind oder später als Jungendlicher wurde ich nicht über die Trennungsgründe aufgeklärt. Ein Jahr später unternahm ich einen Selbstmordversuch, der wohl eher als eine Art Hilferuf zu werten war. Ich kann nicht genau sagen, inwieweit meine damals starken Migräne-Attacken eine Rolle spielten, jedenfalls empfand ich eine starke Ohnmacht, als ich nach einem 1-tägigen Klinikaufenthalt wieder nach Hause entlassen wurde, weil meine Mutter massivst die Klinik mit einem Gang an die Öffentlichkeit unter Druck setzte. Als ich zu Hause ankam, kam es mir vor, als hätte sich nichts verändert. Auch über diese Sache wurde in der Familie nicht gesprochen oder ernst genommen. Hierzu muß ich sagen, dass meine Mutter selbst so erzogen wurde, dass es keine Krankheiten geben darf und dass man zu „funktionieren“ hat, egal wie schlecht es einem geht. Auch schottete sie Hilfe von außen vehement ab. Eine psychologische Hilfe kam für mich deshalb zu dieser Zeit nicht in Frage, obwohl ich diese Hilfe sehr gebraucht hätte...

Lange Jahre verdrängte ich dann meine doch sehr prägenden Erlebnisse und funktionierte im beruflichen wie im privaten problemlos. Dies erlebe ich sehr häufig auch bei anderen Scheidungskindern.

Ich lernte meine damalige Frau kennen und mir kam in den Sinn meinen Vater zu meiner Hochzeit einzuladen. Als meine Mutter dies erfuhr, und mitteilte, dass sie nicht teilnehmen würde, wenn mein Vater käme, lud ich ihn wieder aus. Es war für mich sehr beschämend, als er verständlicherweise mir seine Enttäuschung darüber offen zeigte.

Als Jugendlicher und später Erwachsener traf ich meinen Vater insgesamt vielleicht 4 oder 5 mal für ein Wochenende. Es gab somit wenig Möglichkeiten der Annäherung oder des Kennenlernens. Auch waren diese Treffen sehr zerbrechlich. Nachdem ich meinen Vater nach 10 Jahren das erste Mal wiedersah und erfuhr, dass auch seine 2. Ehe aufgrund Fremdgehens gescheitert war, wurde ich wütend, verurteilte ihn erneut, und ging für die nächsten Jahre wieder auf Abstand.

Erst mit 36 Jahren setzte bei mir ein Wandel ein. Mir wurde klar, dass auch ich meinen Vater verurteilt hatte, wie es meine Mutter tat, obwohl er im Grunde genommen für sein Leben, so wie er es führte, selbst verantwortlich war. Ein halbes Jahr vor seinem Tod traf ich mich mit ihm und entschuldigte mich, dass ich ihn verurteilt hatte und den Kontakt abbrach. Er fing an zu weinen. Ich versprach ihm, ihn baldmöglichst wieder zu besuchen. Leider fand dieses mit Freude erwartete weitere Treffen nicht mehr wie geplant statt. Ich fand ihn an diesem Tag tot in seiner Wohnung vor.

Zur Beerdigung traf ich meine Verwandten väterlicherseits, mit denen ebenfalls lange Zeit kein Kontakt bestand. Sie erzählten mir, wie sehr er darunter gelitten hätte, dass ihn seine Kinder nicht sehen wollten und er immer wieder versucht hat, den Kontakt aufrecht zu erhalten. Nun offenbarte sich mir ein ganz anderes Bild meines Vaters. Sie berichteten mir sehr viel aus seinem Leben und gaben mir dadurch eine neue Sichtweise. Ich empfand das erste Mal in meinem Leben ein Gefühl von Stolz, der Sohn dieses Mannes gewesen zu sein. Und zugleich empfand ich es als beschämend, nicht bereits viel früher, mir selbst ein objektives Bild von meinem Vater gemacht zu haben. Schlimm für mich war die Erfahrung, kaum dass ich ihn kennenlernen konnte, kurz darauf für immer verlor.

Mag mein Vater ein schlechter Ehemann gewesen sein, so hielt er zeit seines Lebens an der Liebe zu seinen Kindern fest. Ich muss gestehen, dass aufgrund dieser Erfahrung ich mich erst ab diesem Zeitpunkt... GANZ fühlte, weil ich endlich, wenn auch sehr spät, diese verleugnete Seite in mir, also einen wichtigen Teil von mir selbst, mehr annehmen konnte.

Kurze Zeit später kündigte ich meine Arbeit nach 19 Jahren fester Betriebszugehörigkeit und löste auch meine damalige Beziehung. Wenn man so will, war es ein Rundumschlag, oder besser gesagt, ein kompletter Zusammenbruch meines bisherigen Lebens.

Sie werden sich vielleicht nun fragen, warum dieser Zusammenbruch? bzw. welchen Einfluß hatte die Scheidung meiner Eltern auf mein Leben?

Ich denke folgende Aspekte spielten in meinem Fall eine besondere Rolle:

--> Identitätskrise (das Gefühl "fremd" zu sein, auch das Infragestellen meines bisherigen Lebens)

--> schwere Depressionen (häufige Suizid-Gedanken, meist in meiner Jugend)

--> Beziehungsprobleme (Schutzraum, Rückzug in sich selbst, besonders in Konfliktsituationen, Gefühlskälte)

--> Verdrängungsmechanismus (um "funktionieren" zu können)

Nach diesem Zusammenbruch verging einige Zeit bis ich mich endlich entschließen konnte, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hierbei wurde mir klar, dass viele meiner vermeintlichen „Eigenheiten“ nicht aus meinem Selbst heraus entstanden sind, sondern durch meine prägenden Erlebnisse. Seit ich mich bewusster mit dieser Thematik auseinandersetzte, war es mir möglich, neue Wege zu gehen und negative Verhaltensweisen schrittweise abzubauen. Erst dadurch wurde es mir möglich, zu meiner Geschichte, auch öffentlich, Stellung zu beziehen.

Wichtig ist mir, dass meine Geschichte nicht als Abrechnung verstanden wird. Ich will damit nicht meine Eltern anprangern oder verurteilen. Das liegt mir fern. Es geht mir vielmehr darum, Zusammenhänge zu verstehen, Dinge beim Namen zu nennen und positive Veränderungen für mein weiteres Leben herbeizuführen.

Auch heute noch wird viel verdrängt zu Ungunsten der Kinder. Mögen Mütter wie Väter sehr zum Wohle ihrer Kinder handeln, so erlebe ich immer wieder, dass destruktive Gefühle wie Hass bei den Eltern immer noch sehr verbreitet sind und durch diese ausgrenzende Haltung die Kinder nachhaltig darunter leiden.

Somit gibt es die von Hr. Salgo seltsamerweise zurückgewiesene Elternentfremdung in Deutschland und ich würde mich sehr freuen, wenn mein Beitrag aufzeigen wird, dass ich kein Einzelfall bin.

emuc

Betreiber des Selbsthilfeforums für "erwachsene Scheidungskinder"

www.eskhilfe.de.vu

 

 


 

 

 

Zu wem gehört das Kind?

Wenn Eltern sich trennen: Über Rechte und Ansprüche von Müttern und Vätern, über Zumutungen von Richtern und Leiden von Kindern ein Gespräch mit dem Juristen Ludwig Salgo

Interview: Birgit Walter

Zwölf Jahre lang tobte in einer deutschen Großstadt ein bizarrer Umgangs- und Sorgerechtsprozess, der im April 2007 sein vorläufiges Ende fand. Erbittert gekämpft wurde um heute 14-jährige Zwillinge, die Gerichtsprozessen und Begutachtungen ausgesetzt sind, seit sie denken können. Sie waren zwei Jahre alt, als sich ihre Eltern trennten. Ihren Vater, einen Amerikaner, der sich nur gelegentlich in Deutschland aufhält und kein Deutsch spricht, kennen sie fast gar nicht. Dennoch lehnen sie ihn rundweg ab. Dazu dürften sie von ihrer Mutter stark beeinflusst worden sein. Sie versuchte, jeden Kontakt der Kinder zu ihrem Vater zu verhindern.

 

Berliner Zeitung, 30.06.2007

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http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/magazin/666364.html

 

 

 

Kommentar Väternotruf:

Die Berliner Zeitung gibt der Journalistin Birgit Walter in der Ausgabe vom 30.06.2007 viel Platz, damit diese die Ansichten des Mütterrechtlers Ludwig Salgo, über dessen persönlichen Werdegang  zu erfahren ist, dass er am 24. November 1946 in Budapest geboren wurde und zehn Jahre als war, als seine Mutter nach dem Volksaufstand in Ungarn mit ihm in die Bundesrepublik floh, sein Vater dagegen mit keinem Wort erwähnt wird. Wenn man sich die zur Schau gestellte Haltung Salgo`s bezüglich der Trennungsväter so anschaut, dann kann man sich vorstellen, was er für eine Beziehung zu seinem eigenen Vater haben muss.

Dass dieser Mann mit seinen Ansichten der 60-er Jahre überhaupt noch in großen Tageszeitung zu Wort kommen darf, lässt einige Rückschlüsse auf die neurotische Muttergebundenheit zu, die nicht nur vielen Bundestagsabgeordneten und auch Bundesverfassungsrichter/innen eigen ist, sondern auch vielen Redakteuren und Journalisten, die Väter und Männer als das Übel der Welt schlechthin erscheinen lässt.

Ob Herr Salgo selber Vater ist, darüber ist in der Öffentlichkeit bisher noch nichts bekannt geworden. Man kann aber sicher annehmen, dass er kein Vater ist, denn sonst wäre es in seiner veröffentlichten Vita sicherlich schon benannt ist. Vielleicht ist Salgo aber ein Pflegevater, das würde sein starkes Engagement - nicht nur für Mütter - sondern auch für Pflegeeltern erklären.

Auf dem Deutschen Familiengerichtstag 2005 machte Ludwig Salgo keinen besonders schillernden Eindruck. Gut möglich, dass dafür auch der vom Plenum mit großen Beifall bedachte Rechtsanwalt Rixe aus Bielefeld mit seiner Rede zu verschiedenen Verfahren beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte dafür gesorgt hatte, dass Herr Salgo sich vom Plenum zurückgesetzt sah. Anderswo, so etwa bei mütterlastigen Veranstaltungen der PDS hatte es Herr Salgo in der Vergangenheit wesentlich kuscheliger. Dafür sorgte z.B. die PDS Bundestagsabgeordnete Christina Schenk, die sich inzwischen zum Mann mit Namen Christian Schenk hat umwandeln lassen. Vielleicht wäre das ja auch für Ludwig Salgo ein Alternative, aus der Männerrolle in die Frauenrolle schlüpfen, dann passt das Geschlecht und die juristische Auffassung wenigstens komplikationslos zueinander. 

Vielleicht kann die in "Die Linke" umbenannte PDS beim nächsten Familiengerichtstag auch mal ein paar bereitwillige Claquere bestellen, genügend Erfahrungen aus SED Zeiten liegen ja vor, die Herrn Salgo "langanhaltenden, stürmischen Beifall, die Delegierten erheben sich von ihren Plätzen und stoßen Hochrufe auf die SED und ihren Generalsekretär Erich Honecker aus) spenden oder als mutterlastige kleinbürgerliche Protestpartei Herrn Salgo zu ihrem frauenpolitischen Sprecher ernennen.. 

 

 

 


 

 

 

Kinderschutz und Kindeswohl im Sorge- und Umgangsrecht 

heißt eine Veranstaltung, die die "Autonomen Frauenhäuser" - was immer daran bei Staatsalimentierung autonom sein mag - im Rahmen ihrer November 2006 gestarteten Kampagne "Gewaltig groß werden - kein Sorge- und Umgangsrecht für gewalttätige Männer" am 18.-19.01.2008 durchführen wollen. 

Dass die "Autonomen Frauenhäuser" offenbar nichts dagegen haben, dass gewalttätige Mütter ein Umgangs- und Sorgerecht haben, verwundert und lässt die Frage aufkommen, ob eine staatliche Finanzierung dieser angeblich "autonomen" Frauenhäuser verantwortbar ist.

Zu der Veranstaltung sollen ihre Teilnahme zugesagt haben:

 

"Abschließend Podiumsdiskussion mit PolitikerInnen und Fachleuten Bisher haben zugesagt:

Prof. Dr. Marianne Breithaupt (FH Landshut), Prof. Dr. Margit Brückner (Fachhochschule Frankfurt),

Dr. Barbara Degen (Feministisches Rechtsinstitut), Ursula Enders (Zartbitter Köln), Dr. Uta Enders-Dragässer (GSF Frankfurt), Jörg Fichtner (Gutachter), Prof. Dr. Sybilla Flügge (Fachhochschule Frankfurt), Prof. Dr. Angelika Gregor, Fachhochschule Düsseldorf. Dr. Anita Heiliger (ehem. Deutsches Jugendinstitut, Kofra e.V.), Sabine Heinke (Amtsrichterin Bremen), Dr. Susanne Heynen (Kinderbüro Karlsruhe), Prof. Barbara Kavemann (Kathol. FH Berlin), Dr. Kerima Kostka (Universität Frankfurt), Gitta Kitz-Trautmann (Rechtsanwältin Kassel), Christa Mulack, (Autorin), Dr. Susanne Nothhafft (Juristinnenbund, Deutsches Jugendinstitut), Elke Ostbomk-Fischer, Fachhochschule Köln, Prof. Dr. Ludwig Salgo (Universität und Fachhochschule Frankfurt), Dr. Monika Schröttle, München, Edith Schwab (VAMV), Conny Strasser (Rechtsanwältin München), Miryam Toneletto (Filmemacherin, Frankreich: In Nomine Patris), Prof. Dr. Maud Zitelmann, (Universität Osnabrück)"

 

Quelle: http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/pdf/aktuelles/kongress_2008.pdf

 

 

 

Kommentar Väternotruf:

Dass der Frankfurter Professor Ludwig Salgo mal wieder nicht fehlt, kann wohl keinen wundern, der Herrn Salgo und dessen fulminante Mütterorientierung kennt. Da wird es für ihn wohl viel weiblich-autonomen Beifall geben, wenn er an das RednerInnenpult tritt und den anwesenden Frauen in devoter Weise deutlich macht, dass es in Deutschland auch ein paar gute Männer wie ihn gibt, die sich für Frauenrechte einsetzen und unermüdlich darauf hinweisen, dass Männer - von Ausnahmen wie ihn, so er sich als solcher sehen sollte, abgesehen - mit feministisch geschulten Blick beobachtet werden sollte und denen man aus diesem Grund auch nur dann das Sorgerecht für ihr Kind erteilen sollte, wenn die Mutter des Kindes dafür gnädigerweise ihre Erlaubnis gibt.

29.10.2007

 


 

 

 

Alfred Döblin

"Als der Schriftsteller Alfred Döblin (`Berlin Alexanderplatz`) zehn Jahre alt war, ergriff sein Vater die Flucht. Der Schneidermeister hatte sich in eine Angestellte verliebt und brannte mit dieser Mamsell Zander nach Amerika durch. Döblin hat nie wieder von seinem Vater gehört; ein Luftikus sei er gewesen und ein Windhund."

 

Berliner Zeitung, 04.07.2007, S. 26

 

 

Kommentar Väternotruf: 

Eigenartig wie sich Herr Ludwig Salgo und Alfred Döblin auf eine gewisse Art gleichen. Der kleine Ludwig wird mit 10 Jahren von seiner Mutter mit auf ihre Flucht aus Ungarn genommen. Der Vater des kleinen Ludwig bleibt unbenannt. Vielleicht war er ein stalinistischer Sympathisant und hielt zum kommunistischen System in Ungarn. Vielleicht war er der Mutter schon ins Ausland vorausgegangen und hatte sich dort in eine andere Frau verliebt, so dass der kleine Ludwig fortan mit einer verlassenen Mutter aufwachsen musste, die den kleinen Jungen als Partnerersatz brauchte. Was wirklich war, wir wissen es nicht, aber wir wären verdammt gespannt die wirklich wahre Geschichte des Muttersohns Ludwig zu erfahren.

Von Alfred Döblin, er war zehn Jahre alt, als sein Vater nach Amerika auswanderte,  ist uns nicht bekannt geworden, dass er fortan Problem mit Männern gehabt haben soll. Döblin war ab 1931 als Neurologe und Psychiater in Berlin tätig. Kaum vorstellbar, dass er diese Tätigkeit mit einem ausgeprägtem Vaterkomplex hätte ausüben können. Döblin emigrierte 1940 in die USA. Gut möglich, dass er dort auch nach seinem1888 dorthin ausgewanderten Vater gesucht hat.

 

 

 


 

 

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries kündigt auf Tagung der Friedrich-Ebertstiftung in Berlin (18. Februar 2006)

Reformen beim Sorgerecht für nichtverheiratete Väter und Mütter an.

 

Zur engeren Auswahl stehen wahrscheinlich zwei Modelle (siehe hierzu: "Das Jugendamt",. 2005, 490 ff und "Das Jugendamt", 2006, Heft 3, S. 126).

 

1. Reformmodell nach Eberhard Carl (Richter am Oberlandesgericht Frankfurt/Main, abgeordnet an das Bundesjustizministerium), Dieter Bäumel, Direktor am am Amtsgericht Hainichen; Beate Holstein; Dr. Thomas Meysen und Cornelia Räder-Roitsch, Richterin am Amtsgericht. Hier werden die schlimmsten Diskriminierungen von nichtverheirateten Vätern und ihren Kindern beseitigt.

Verbleibende Einschränkung hinsichtlich der tatsächlichen Gleichberechtigung von Vätern und Müttern zuungunsten der Väter bewegen sich in einem tolerierbaren Rahmen.

 

 

2. Mogelpackungsmodell: Kosmetik- und Augenauswischerei nach Professor Ludwig Salgo (Mütterrechtler); Prof. Dr. Michael Coester, Prof. Dr. Ulrike Lehmkuhl; Dr. Dr. (Univ. Prag) Josef Salzgeber, Prof. Dr. Dr. h.c. Gisela Zenz. Geändert wird dort im Prinzip nichts. Es geht vornehmlich um Kosmetik und den Versuch, eine unaufhaltsame Entwicklung zur Beendigung der Diskriminierung nicht verheirateter Väter und ihrer Kinder durch millimeterweites Entgegenkommen zu blockieren. Es wird der Eindruck geweckt, dass etwas verändert würde. Ansonsten soll es aber bei der Ausgrenzung und Diskriminierung von nichtverheirateten Vätern und ihren Kindern bleiben. Im Mittelpunkt des professoralen Engagements bleibt weiterhin die Mutter.

 

Bleibt zu hoffen und zu kämpfen, dass man im Bundesjustizministerium nicht auf die reaktionäre und anachronistische Mutterrechtsriege setzt.

Väternotruf, 22.04.2006

 

 

 


 

 

Kursbuch 155

Neue Rechtsordnung

 

von Christian Gampert

 

Draußen vor der Tür

Das Bundesverfassungsgericht benachteiligt uneheliche Kinder und grenzt ihre Väter aus

 

Seltsame Koalition von Feminismus und Konservativismus: das Bundesverfassungsgericht feiert die „biologische Verbundenheit“ zwischen Mutter und Kind und grenzt den unehelichen Vater aus.

 

 

"...

Die Affäre um das Kindschaftsrecht offenbart ein Manko des bundesdeutschen politischen Systems, das immer gravierender wird: eine Gewaltenteilung findet kaum noch statt. Die Parteien selbst nämlich kungeln die Besetzung von Verfassungsrichter-Posten unter sich aus – in der Hoffnung auf wohlgefällige Urteile. Diese Hoffnung erfüllt sich nicht immer, aber doch erstaunlich oft. So wurde 1998 die Klage der PDS gegen den Kosovo-Krieg gar nicht erst angenommen, obwohl jedes Kind sehen konnte, dass es sich um einen vom Grundgesetz verbotenen Angriffskrieg handelte. Es mag in der Perspektive der Regierung Gründe für diesen Krieg gegeben haben – aber das höchste Gericht hat über die Verfassungstreue zu wachen und nicht politischen Gehorsam zu leisten. Wahrscheinlich war einfach der Absender der Klage nicht genehm.

Bei der personellen Ausstattung des Gerichts fällt auf, dass hier ein heiteres Bäumchen-wechsle-dich von der Legislative in die Exekutive und dann in die Jurisdiction stattfindet – und in manchen Fällen auch wieder zurück. Der frühere baden-württembergische Innenminister Roman Herzog saß als Verfassungsrichter über Sachverhalte zu Gericht, für die er sich als Politiker verwendet hatte. Dann wurde er Bundespräsident. Der jetzige Vorsitzende des Ersten Senats, Hans-Jürgen Papier, arbeitete vorher für die Bundesregierung. Die Abgeordnete Herta Däubler-Gmelin, die am Zustandekommen des neuen Kindschaftsrechts maßgeblich beteiligt war, sollte vor der 98iger-Bundestagswahl ins Verfassungsgericht weggelobt werden, was damals am Einspruch Wolfgang Schäubles scheiterte. Dann wurde sie Justizministerin und verteidigte vehement jenes Kindschaftsrecht, über das sie als Verfassungsrichterin hätte urteilen müssen. Statt ihrer kam nun Christine Hohmann-Dennhardt ins Amt – eine in Fragen des Kindschaftsrechts vielfach befangene Frau, die mit dem Frankfurter Jura-Professor Ludwig Salgo, Deutschlands einflussreichstem Mütter-Lobbyisten, seit ihrer Studienzeit eng vertraut ist. Die Spuren davon finden sich bis ins jüngste Urteil - zum Beispiel das Argumentieren mit (auf ganz anderen gesellschaftlichen Verhältnissen beruhenden) amerikanischen Studien, die dann angeblich die Unangemessenheit des gemeinsamen Sorgerechts beweisen. Salgo ist ein Spezialist für amerikanisches Recht.

..."

 

Kursbuch

Rowohlt Berlin

ISBN 3-87 134-147-9

Verlag: 030 / 2853840

 

 


 

 

 

Ludwig Salgo

Born in 1946 in Budapest, fled to the Federal Republic of Germany in 1956. 1968 Studies of Law and History at the Universities of Tübingen and Frankfurt am Main. 1974-1977 Gerichtsreferendar. 1977-1982 Founder and member of the Law Firm Einzinger und Partner, Frankfurt am Main. 1982-1988 Research Assistant at the Johann Wolfgang Goethe University, Frankfurt am Main. 1987 Dr. Jur. (s.c.l.). 1987 Walter-Kolb-Gedächtnis-Preis. Since 1988 Professor. 1994 Habilitation.

 

Major Publications

Zur Diskriminierung der Frau in Recht der Eltern-Kind-Beziehung. With G. Zenz. 1983.

Pflegekindschaft und Staatsintervention. 1987.

Vom Umgang der Justiz mit Minderjährigen. 1995.

Der Anwalt des Kindes. 1996.

Research Plan

The systematic order of family law during the communist era and the transition. State intervention into parent-child relations during the communist era. The present situation in family and youth welfare law in Hungary. Workshops for post-graduate students of law and social work about major trends in family and social welfare law and policy in the USA, GB, Germany and Hungary with colleagues from these countries.

 

http://www.colbud.hu/main/Fellow-lists/Bios-pre98/SalgoLudwig.html

 

 

 


 

 

 

Prof. Dr. Ludwig Salgo in Frankfurter Allgemeine Magazin vom 10. Januar 1997, S. 43:

"Frage: Werden im Scheidungsverfahren die Interessen der Eltern gegenüber denen der Kinder bevorzugt?

Die Botschaft der Bundesregierung ist widersprüchlich. Der Justizminister sagt, die Wahrung der Interessen der Kinder sei der Sinn der Reform. Wenn man den Entwurf daraufhin prüft, sieht die Sache anders aus: Es gibt in der Tat eine Elternorientierung. Um es konkret zu sagen: Der Entwurf soll die gekränkte Eitelkeit von Vätern, die das Sorgerecht nicht bekommen haben, befriedigen. Der Bundesregierung scheinen diese Väter sehr wichtig zu sein. Das haben wir beim Unterhaltsrecht gesehen und sehen es jetzt bei der Kindschaftsrechtsreform. Es ist gut, daß es immer mehr Väter gibt, die aktiv am Alltag der Kinder auch nach der Scheidung beteiligt sein wollen. Aber leider geht es nur zu oft darum, daß Väter das Sagen haben wollen, ohne sich am Alltag ihrer Kinder zu beteiligen. Die elterliche Sorge wird vom Recht aber definiert als das Recht und die Pflicht, sich um Kinder zu sorgen."

 

 


 

 

 

Ludwig Salgo

Das neue Kindschaftsrecht.

Die gesetzliche Neuregelung in den Bereichen elterliche Sorge, Umgangsrecht und Vertretung von Kindern in familiengerichtlichen Verfahren

 

...

 

Schlußbetrachtung

"Die Rechte der Kinder sollen verbessert und das Kindeswohl soll auf bestmögliche Art und Weise gefördert werden". Dieser Satz steht am Anfang der regierungsamtlichen Begründung zum KindRG. Prüfen Sie selbst, ob der Familienrechtler Ramm Recht hat, wenn er schreibt, "daß das ganze Reformvorhaben nicht auf das Verhältnis der Kinder zu den Eltern, sondern auf die Beziehung der Eltern zueinander abzielt" und dann fortfährt: "Es wäre daher ehrlicher, nicht vom Kindschaftsrechtsreformgesetz, sondern von einem Elternschaftsreformgesetz zu sprechen". Der renommierte Regensburger Familienrechtler Dieter Schwab - Herausgeber der Zeitschrift für das gesamte Familienrecht - stellt im Zusammenhang des Sorgerechtsmodells des KindRG die Frage: "Geht es um das Kindeswohl, geht es um die "am wenigsten schädliche Alternative" für die Kinder? Oder erhält der verheißene Fortschritt seine Qualität nicht von einem ganz anderen Interessenhorizont her, nämlich dem der Erwachsenen?" Die Beantwortung dieser Fragen überlasse ich Ihnen, so schnell wird eine Antwort gar nicht möglich sein. Bisher vermisse ich Projekte zur Begleitforschung zu dieser weitgehenden Reform. Anscheinend hat bis auf den hessischen Ministerpräsidenten niemand Interesse an Begleitforschung über die konkreten Auswirkungen dieser Reform; erklärte er doch anläßlich der Verabschiedung des KindRG im Bundesrat:

"Hessen begrüßt das grundsätzliche Bemühen, das Kindschaftsrecht umfassend und grundlegend zu reformieren. Gleichwohl bleiben wesentliche Regelungen des Gesetzes, insbesondere diejenigen zum gemeinsamen Sorgerecht, hinter den Forderungen zurück, die aus guten Gründen von den für die Jugendpolitik und die Frauenpolitik zuständigen Institutionen und Verbänden erhoben werden.

Diesen Forderungen sollte jedenfalls dann entsprochen werden, wenn die Erfahrungen beim Vollzug des Gesetzes es nahelegen.

Das Land Hessen wird daher zwei Jahre nach dem Inkrafttreten des Gesetzes einen Bericht der Bundesregierung über die Erfahrungen der Praxis beantragen. Es erwartet, daß die Bundesregierung eine Novelle zu dem Gesetz einbringt, falls es die jugend- und frauenpolitischen Erwartungen nicht erfüllt."

 

...

 


 

 

 

"Zur gemeinsamen elterlichen Sorge nach Scheidung als Regelfall - ein Zwischenruf"

Ludwig Salgo in "Zeitschrift für das gesamte Familienrecht", 1996, Heft 8 

 

 


 

 

 

 

Die missbrauchte Erinnerung (Von einer Therapie, die Väter zu Tätern macht). 

Ofshe, Richard / Watters, Ethan: München 1996

 

 

 


 

 

Salgo (Hrsg.), Vom Umgang der Justiz mit Minderjährigen, Neuwied 1995

Salgo, Der Anwalt des Kindes, Frankfurt am Main, 1996

Salgo, Einige Anmerkungen zum Verfahrenspfleger, FPR 1998, 91

Salgo, Pflegekinder und Pflegeeltern in der Kindschaftsrechtsreform, Der Paten 1/98, 12

Salgo, Unerledigte "Aufträge" des Bundesverfassungsgerichts an den Gesetzgeber auf dem Gebiet des Familienrechts, KritV 1994, 262

Salgo, Zur gemeinsamen elterlichen Sorge nach Scheidung als Regelfall - ein Zwischenruf, FamRZ 1996, 449

 

Quellen: http://www.diakonie.de/publikationen/diak_dok/01-98/abschnitt01.htm

 (00 11 2003)

 

http://www.stangl-taller.at/50JAHRE/REFERENTEN/salgo.html

11.01.2004

 

 


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