Waldorfschule Müllheim

Markgräflerland


 

 

 

20 Jahre "Freie Waldorfschule Markgräfler Land"

1987 - 2007

http://waldorf-muellheim.de/Programmheft.pdf

 

 

 

 

Freie Waldorfschule Markgräflerland

Am Zirkusplatz 1

79379 Müllheim

 

Internet: www.waldorf-mgl.de

 

 

Interessante Links zum Thema Waldorfschule Müllheim - Vätervertreibung Heitersheim

 

 

 


 

 

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13. Jahrgang t KW 27

03. Juli 2008

 

Freie Waldorfschule Markgräflerland

Abitur an der Freien Waldorfschule Müllheim

Verabschiedung von 21 Abiturientinnen und Abiturienten

Nachdenkliche und launige Worte, Musik und Tanz begleiteten die feierliche Zeugnisübergabe an die glücklichen Abiturienten.

„Das Spiel ist aus. Mit dem Ergebnis des Spiels müssen Sie leben. Was Sie daraus machen liegt in Ihrer Verantwortung“, so die Klassenbetreuerin Natalia Scheidies. Schülerverteter wiesen darauf hin, dass der Ernst des Lebens sie nicht etwa erst jetzt erwarte.

Unabhängig vom Alter sei das Leben eben immer auch Ernst.

Es gehört zu einem solchen Anlass, die Lehrer durch den Kakao zu ziehen, aber auch anerkennende Worte für deren jahrelanges Engagement zu finden. Beides kam nicht zu kurz.

Preise für hervorragende Leistungen oder Entwicklungen erhielten in den Fächern Geschichte: Franziskus Weissbarth, Mathematik: Ann-Sophie Barreth, Russisch: Jurij Delauré, Moritz Fischer, Marlene Kölbing, Sport: Oliver Sahner, Deutsch: Raffael Moreno. Zwei Schüler haben den angestrebten Abschluss nicht erreicht, aber die Fachhochschulreife erworben.

N. Scheidies verabschiedete ihre Klasse bei aller Betonung der Notwendigkeit und der Bedeutung, sich im Leben anzustrengen und Leistungen zu vollbringen mit den Sätzen von Hilde Domin: „Bereit sein für die Augenblicke, wo die Zeit stillsteht, in denen der Mensch er selbst ist. Ganz er selbst, nur dann ist er auch fähig, eins zu werden mit dem andern. Das ist das Paradox: Zeit ist nur, wo die Zeit aufhört: in der Pause. Nur ein Ich kann seines Nächsten Bruder sein. Das Wunder, das konkrete kleine Wunder, wartet immer um die nächste Ecke für den, der es wahrnehmen mag.“

Die Abiturientinnen und Abiturienten:

Müllheim: Sascia Bailer, Chloe Brown, Sarah Dreyfus, Moritz Fischer, Damaris Jung, Marlene Elisabeth Kölbing, Daniel Siegrist, Franziskus Weissbarth; 

Britzingen: Jurij Delauré; 

Freiburg: Ann-Sophie Barreth, Anna Buschmann, Michaela Fehrenbach, Raphael Moreno, Paolo Steiner; 

Heitersheim: Kerstin Danner, Anna ..., Anna Mainka; 

Kandern-Holzen: Anna-Lena Götz; 

Kandern-Riedlingen: Max Christian Walter; 

Schallstadt-Wolfenweiler: Louise Olivia Kaiser; 

Sulzburg: Lea Straube.

 

 

 

 


 

 

 

 

Waldorfschule und Väter

Auch die Mädchen und Jungen an Waldorfschulen haben einen Vater, auch wenn bei den Versammlungen und Aktivitäten die Waldorfmütter doch vielfach dominieren dürften, natürlich geschlechtsspezifisch stärker bei den traditionell weiblichen Tätigkeiten wie dem Basteln und ähnlichen diffizilen Dingen.

Waldorfmutter ist fast so etwas wie ein Symbol einer sich für ihre Kinder und das Gedeihen der Waldorfschule aufopfernden Frau. Eine richtige Waldorfmutter ist nicht oder kaum berufstätig, muss sie sich doch um die Kinder und die Unterstützung der Schule und deren vielfältigen Aktivitäten kümmern. Waldorfmütter basteln Waldorfpuppen, die dann auf den Weihnachtsbasaren in der Waldorfschule angeboten werden. Waldorfmütter leben idealer Weise von der finanziellen Unterstützung ihres finanzkräftigen Ehemannes oder wenn der nicht vorhanden vom Sozialamt als Ersatzehemann. Bei der Ausübung von Erwerbsarbeit hätten Waldorfmütter nicht ausreichend Zeit, sich um das Basteln für den Weihnachtsbasar zu kümmern.

Gute Waldorfmütter beschäftigen sich auch mit der Anthroposophie, die sie ehrfürchtig zu verstehen versuchen, selbst dann, wenn sie einfach nicht zu verstehen ist. 

Auch die Beschäftigung mit der Waldorfpädagogik gehört zu ihren Lebensaufgaben und das Kennenlernen von Eurythmie und anthroposophischen Maltechniken. Eine gute Waldorfmutter sieht kein Fernsehen. Und auch sonst versucht sie sich von der profanen nichtanthroposophischen Umwelt in ihrer Weltanschauung nicht erschüttern zu lassen.

Die Aufgabe von Waldorfvätern, soweit noch vorhanden, ist es, überwiegend für das finanzielle Wohl von Mutter und Kind Sorge tragen zu dürfen. Auch wenn der Spielplatz neu zu gestalten ist, dürfen die Väter ran. Väter ohne Sorgerecht sind dagegen an Waldorfschulen nicht gerne gesehen. Da nützt diesen Vätern auch die beste Waldorfausbildung nichts. Selbst Anthroposophen ohne Sorgerecht haben an Waldorfschulen nichts zu lachen, geschweige denn mitzusprechen..

 

Ist es an der Waldorfschule Heitersheim anders? Offenbar nicht, denn auch hier wird, so wie an den Waldorfschulen Flensburg und Dachsberg der Vater zweier an diese Schule gehenden Töchter - trotz entsprechender Angebote des Vaters - kein einziges Mal mündlich oder schriftlich kontaktiert, geschweige denn zu einem Elternabend eingeladen.

So ist das bei den angeblichen Gutmenschen, die sich auch an Waldorfschulen herumtreiben. Außen hui und innen pfui.

 


 

 

 

Vätervertreibung

 

Die Stationen:

Berlin - Klagenfurt - Berlin - Flensburg - Harrislee - Sankt Blasien - Sulzburg - Thailand - Südamerika - Heitersheim im Markgräfler Land

 

 

Teil I: Weltflucht zu den Anthroposophen. Kindesentführung nach Flensburg und staatlich finanziertes Mütterkuscheln in Flensburg 1990 - 2002

 

Teil II:  Kindesentführung nach Sankt Blasien im Schwarzwald 2002 - 2004

 

Teil III: Kindesentführung nach Sulzburg im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald 2004 - 2007

 

Teil IV: Kindesentführung nach Heitersheim im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald 2007 - 29.10.2008

 

 


 

 

 

 

 

blogs.badische-zeitung.de/bandcontest

 

Music Star(t) Contest

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« Showdown mit knappem ErgebnisBZ-Artikel: the second »BZ-Artikel: In die Knie und auf Kommando Richtung Decke

Hitze schlägt mir entgegen, als ich die Stadthalle Neuenburg betrete. Die Menge brodelt schon zehn Minuten nach Einlassbeginn. Einige Fans versuchen, sich nach vorne durch zu drängen. Doch die Massen haben sich verdichtet. Dann der spannende Moment: Die Moderatoren Joscha Baltes und Julica Goldschmidt beginnen mit der Einführung in den Abend. Zuerst kommen Hinweise, Lose zu kaufen, und wie großzügig die Sponsoren doch waren. Dann, nach fünfminütiger Werbung beginnt endlich die erste Band zu spielen: “Die Spiesser” – eine Gruppe junger Menschen, die es trotz ihrer lauten Musik schaffen, die Texte verständlich rüberzubringen. Mit gekonnt eingeschobenen Saxofon-Soli kommen sie besonders gut an. Sie bieten eine gute Mischung aus Balladen und Punkrock, während sie ganz offensichtlich auf die Lichteffekte genauso wenig verzichten können wie auf einen guten Schuss Theatralik.

...

 

Trotz der späten Stunde, es ist immerhin schon 1 Uhr, sind alle Fans noch da und jubeln ihren Favoriten zu. Die Arrangements der Müllheimer Gruppe “The second” haben der Jury gut gefallen, ebenso ihre Stimmen: Sie haben das “Potenzial zur Szeneband”. Mit dem dritten Platz hat die Gruppe eine Mikrofonsendeanlage im Wert von 350 Euro gewonnen.

Der Autor:

Moritz Fischer (18) ist Schüler an der Waldorfschule Müllheim. Er ist der Musik sehr zugetan, spielt Klavier, Contrabass und singt.

 

http://blogs.badische-zeitung.de/bandcontest/?p=158

 

 


 

 

aus der Badischen Zeitung vom Montag, 10. Juli 2006

Gespannt, was sie erwartet

Die beiden Abiturientinnen Nora Bopp und Anja Eifler starten in das "Abenteuer Paraguay"

Von unserer Mitarbeiterin Sabine Model

 

Das Abenteuer Paraguay bereiten derzeit Anja Eifler (links) und Nora Bopp (rechts) vor. Ein halbes Jahr und ein Jahr wollen sie jenseits der gewohnten Zivilisation auf dem Land leben und arbeiten.

(FOTO: SABINE MODEL)

STAUFEN. Für Nora Bopp aus Staufen war seit langem klar: Nach dem Abitur an der Waldorfschule Müllheim ist sie weg. Ihr favorisiertes Ziel für ein soziales Jahr — Lateinamerika. Anja Eifler aus Schallstadt wurde im Oktober 2005 durch einen Lehrer am Faust-Gymnasium Staufen auf Paraguay aufmerksam. Inzwischen verbinden die beiden Mutigen das gleiche Ziel und der Spanischunterricht bei Dina Immen in Wettelbrunn.

...

 

http://www.faust.fr.bw.schule.de/bzfaust/or060710/index.html

 


 

 

 

 

 

Umbau einer Reithalle in eine Mehrzweckhalle

Vom sanierungsbedürftigen, denkmalgeschützten Gemäuer...

Auf dem Schulgelände stand eine denkmalgeschützte, ehemalige Reithalle aus wilhelminischer Zeit. Der Oberstufenbau, ein Umbau einer ehemaligen Exerzierhalle, war das Vorbild für den Umbau der Alten Reithalle.

 

...zur Aula mit Turnhallen- und Theaterausbau

Im Schuljahr 2003/2004 wurde in zwei Bauabschnitten die 21m lange und 18m breite ehemalige Reithalle instandgesetzt und mit Elektrizität, Heizung und Sanitäranlagen ausgestattet. Obwohl dann noch nicht eingerichtet, kann die Alte Reithalle im Winter 2004/05 erstmals auch in der kalten Jahreszeit genutzt werden. Endlich werden Theaterprojekte, Schulkonzerte, Klassenspiele, Einschulungsfeiern und vieles mehr hier stattfinden können.

Mit einem Sportboden, Turngeräten, Umkleideräumen und Duschen sowie einer Kulissenbauwerkstatt, optimierter Akustik, mit Bühnentechnik und einer mobilen Trennwand zwischen Turnhalle und Theaterbühne (Bauabschnitte drei bis sechs) wurde ein langjähriges Provisorium beendet.

Baudaten

Der Reithallenumbau kostet 1,6 Mio. Euro. Die Eltern spendeten im Schuljahr 2002/2003 knapp 200.000 Euro. Außerdem haben sie handwerkliche Eigenleistungen erbracht.

http://www.vater-bauingenieure.de/ref/verw/refWaldorf.html

 

 

 

 


 

 

 

18. Januar 2008, 19:39 Uhr

KINDESENTZUG

Von der eigenen Mutter verschleppt

Von Annette Langer

Seit fast zwei Jahren sucht Peter Tinnemann nach seiner Tochter Luna. Das Mädchen wurde von seiner Mutter entführt, lebt heute vermutlich in Italien. Doch die dortigen Behörden mauern, europäische Instanzen fühlen sich nicht zuständig.

Hamburg - Peter Tinnemann ist nervös. Wie gebannt starrt er auf die Fenster eines verwitterten Hauses in der Via Dei Salci im mittelitalienischen Frosinone. Eine Katze streicht durch den ungepflegten Garten, über der Terrasse thront das Rohbauskelett der unvollendeten zweiten Etage. Im Hintergrund dröhnen die Helikopter vom nahe gelegenen Militärflughafen.

Peter Tinnemann

Spurlos verschwunden: Die sechsjährige Luna Tinnemann

Noch vor drei Jahren wäre Tinnemann einfach ins Haus gegangen, hätte seine Frau umarmt und mit Töchterchen Luna getobt. Jetzt lauert er auf eine Bewegung hinter den zugezogenen Gardinen. Seine Hoffnungen werden - wie so oft - enttäuscht. Niemand öffnet die Tür, keiner von Lunas Verwandten wird ihm sagen, wo seine Tochter ist und ob es ihr gut geht. "Ich weiß ja noch nicht einmal, ob sie noch am Leben ist", sagt der 40-Jährige.

Seit 21 Monaten kämpft Tinnemann verbissen um sein Kind. Er hat jedes Rechtsmittel ausgeschöpft, alle Instanzen bemüht und auch die kleinste Spur verfolgt - vergeblich. Jetzt ist er mit einem Kamerateam nach Italien gekommen. Gespräche mit Polizei und Staatsanwaltschaft sind geplant, die Deutsche Botschaft hat Unterstützung zugesagt.

Wie die Familie zerbrach

Tinnemann und seine Ex-Frau Rosamaria B. waren von Beginn an ein internationales Paar: Bei einem Hilfseinsatz im afrikanischen Sierra Leone lernten sich der Kinderarzt und die Kinderpsychiaterin im Jahr 2000 kennen. Im September 2001 wurde geheiratet, kurz darauf kam Luna in Berlin zur Welt. Doch schnell zeigte das binationale Idyll erste Risse: Rosamaria sprach kaum Deutsch und fühlte sich zusehends unwohl in der Hauptstadt. Als sie in einem Londoner Kinderkrankenhaus einen Job angeboten bekam, griff sie zu.

Peter Tinnemann entschied sich, seine Frau nach Großbritannien zu begleiten. Alles ließ sich gut an: Die Familie fand eine Wohnung, der Vater Arbeit bei der britischen Hilfsorganisation "Merlin", Luna bekam ab November 2003 einen Platz in der Kinderkrippe.

Doch nur wenige Monate später musste Tinnemann erkennen: Seine Familie existierte nicht mehr. Während er auf Dienstreise in Afrika weilte, hatte B. ihre persönlichen Sachen aus der Wohnung geholt und war mit Luna verschwunden. In Panik kontaktierte Tinnemann die britischen Behörden und beantragte eine Rückführung seiner Tochter im Rahmen des Haager Übereinkommens über den Schutz von Kindern.

Am 10. Mai 2004 meldete sich B. bei ihrem Noch-Ehemann und erklärte, sie sei mit Luna in Italien und werde nicht mehr zurückkehren. In Wahrheit jedoch befand sich die heute 42-Jährige zu diesem Zeitpunkt in London und hatte ihre Arbeit wieder aufgenommen. Tochter Luna war allein bei der Großmutter im mittelitalienischen Frosinone - und sollte es für die kommenden drei Monate auch bleiben.

Ein englischer Richter verfügte Ende Juni 2004 die Rückkehr Lunas nach London. Auch das römische Jugendgericht forderte kurz darauf die Überstellung des Kindes an den Vater. Weil die Mutter sich weigerte, ihr Kind herauszugeben, fuhr Tinnemann selbst in die Region Latium und holte Luna im August zu sich nach Hause.

Vom Kurzurlaub zum Kindesentzug

Im Februar 2005 scheint sich die Situation zu stabilisieren: Der Londoner High Court spricht dem Vater das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Tochter zu - eine ungewöhnliche Entscheidung, weil auch hier das Sorgerecht in der Regel der Mutter zugesprochen wird. In der Urteilsbegründung schreibt Richter Philip Sapsford: "Meiner Meinung nach hat der Vater Beständigkeit gezeigt und bewiesen, dass er Lunas Stabilität und Glück den Vorrang einräumt." Tinnemann habe alles in seiner Macht Stehende getan, um das Kind in der angespannten Situation zu schützen.

Die Mutter geht in Berufung und scheitert. Sie muss sich jetzt an die im Urteil festgelegten Besuchszeiten halten. Die Tinnemanns arrangieren sich - bis zum 10. April 2006: An diesem sonnigen Montagmorgen soll Rosamaria B. ihre Tochter in London zum gemeinsamen Osterurlaub abholen. Die Fünfjährige freut sich, ihre Mutter wiederzusehen. Sie ist stolz, weil sie bereits ihren Namen schreiben kann. Ab September soll sie eine Schule in London besuchen.

"Ich hatte ein merkwürdiges Vorgefühl, aber auch großes Vertrauen in die rechtlichen Instanzen", erinnert sich der Vater. Seine böse Ahnung sollte sich bestätigen. Nachdem ein Gericht in B.s Heimatstadt Frosinone erklärt, dass sämtliche Sorgerechtsentscheidungen auch weiterhin in England getroffen werden müssen, kommt es zur Esklation: Die Mutter behält ihre Tochter bei sich und taucht unter.

Lunas Großmutter Assunta Cannone sagte der italienischen Polizei am 25. Mai 2006, Rosamaria sei kurz nach Ostern von Frosinone ins ungarische Budapest gereist. Sie habe von dort eine Postkarte erhalten: "Meine Tochter (…) teilte mir mit, dass es dem Kind gut gehe und sie die richtige Entscheidung getroffen habe. Ich nahm daher an, dass sie in die Stadt (Budapest) gezogen war."

In der Tat war Rosamaria B. kurzzeitig dort gemeldet, von den ungarischen Behörden aber nie angetroffen worden. In Frosinone gilt sie als unbekannt verzogen. Im Polizeipräsidium der Stadt wollte sich auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE niemand zum Stand der Ermittlungen äußern. Derzeit ist nicht bekannt, ob auch die Schwester und der Bruder der Gesuchten von der Polizei vernommen wurden. Telefonisch war die Familie B. in den vergangenen Tagen nicht zu erreichen - die Leitung war ständig besetzt.

Ein neuer Reisepass für die per Haftbefehl gesuchte Mutter

Peter Tinnemann setzte nach der Entführung alle Hebel in Bewegung. Er stellt Strafantrag wegen Kindesentzugs in Italien und Deutschland. Die Staatsanwaltschaft Berlin stellte das Verfahren nach nur drei Monaten ein - weil "für die Beschuldigte kein Aufenthaltsort im Bundesgebiet bekannt ist".

Ein italienischer Haftbefehl ist zwar weiterhin in Kraft, zeigt aber wenig Wirkung: Am 24. Oktober 2006 gelang es der Mutter, im kalabrischen Crotone unbehelligt einen Reisepass zu beantragen und sogar Luna darauf eintragen zu lassen - ein "starkes Stück", wie es ein Mitarbeiter der Deutschen Botschaft in Rom formulierte. Zwar wurde die Gültigkeit des Passes im Nachhinein landesweit widerrufen. Es ist jedoch trotz Eintrags in das Schengen Informationssystem SIS nicht garantiert, dass Rosamaria B. bei einer Ausreise an der Grenze festgehalten würde.

Kavaliersdelikt Kindesentführung

Tinnemann fühlt sich von den Behörden im Stich gelassen. "Das Kind ist doch bei der Mutter, was regen Sie sich auf", sei der Tenor in den Gesprächen mit Vertretern der Staatsanwaltschaften gewesen. In einem internen Schreiben vom 11. Januar 2007 erklärte die stellvertretende Staatsanwältin von Frosinone, Rosaria Monti, die Besorgnis von Tinnemann sei "menschlich verständlich". Die "verschleierten Vorwürfe der Untätigkeit und sogar der mangelnden Zusammenarbeit" an die Adresse der Staatsanwaltschaft allerdings entbehrten jeder Grundlage. Gegenüber SPIEGEL ONLINE wollte sich Monti trotz mehrfacher Anfragen nicht äußern.

Tinnemanns römische Rechtsanwältin Roberta Ceschini erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ermittler: "Für mich steht fest, dass die Behörden sich nicht ausreichend bemüht haben, das Kind zu finden." Es könne als sicher gelten, dass die Mutter in Kontakt mit ihrer Familie in Frosinone stünde - und vermutlich sogar mit ihrer Tochter in der Nähe lebe. Mit entsprechenden Maßnahmen wie zum Beispiel einer Telefonüberwachung hätte die Polizei Luna leicht finden können, kritisiert die Anwältin. "Der Kindesentzug wird in Italien aber immer noch als minder schweres Verbrechen angesehen. Dementsprechend nachlässig wird auch ermittelt", so Ceschini.

EU-Kommissar Frattini verweist auf Haager Konvention

Der Vater gab nicht auf. Er kontaktierte Polizei und mobiles Einsatzkommando in Frosinone, das italienische Justizministerium in Rom, das deutsche Außenministerium und die deutsche Botschaft in Italien. Er schaltete Websites, schrieb Appelle und sprach mit Fernsehsendern. Zwei Abgeordnete des Europäischen Parlaments setzten sich bei EU-Kommissar Franco Frattini für Tinnemann ein - mit mäßigem Erfolg. "Die Vollstreckung von Sorgerechtsentscheidungen unterliegt ausschließlich dem nationalen Recht der Mitgliedsstaaten", erklärte Frattini und verwies auf das Haager Übereinkommen von 1980 über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung. "Es ist skandalös, dass der Vizepräsident der EU-Kommission auf einen Leitfaden verweist, der in seinem eigenen Land nicht eingehalten wird. Wenn er wollte, könnte er sicherlich etwas bewirken", empört sich Tinnemann.

Mehrfach fuhr der Vater nach Frosinone und versuchte die Familie zu kontaktieren. Er traf auf eisiges Schweigen. Eine befreundete Journalistin in Italien bemühte sich um Aufklärung - ohne Erfolg. In seiner Verzweiflung engagierte Tinnemann vor einigen Wochen Privatdetektive, die in Frosinone Nachforschungen anstellten. Nachdem ihnen ein Foto gezeigt wurde, erklärten einige Nachbarn der Großmutter, sie hätten Luna mehrfach gesehen. Ein klarer Hinweis, der von der Polizei vor Ort aber offenbar nicht weiter verfolgt wurde. Man empfahl dem Vater, die Klöster in der Gegend nach Luna abzusuchen. Tinnemann war erschöpft: "Ich habe alles versucht, aber es funktioniert nicht." Tinnemann will sich von jetzt an nur noch auf sich selbst verlassen: "Irgendwann verliert man einfach alle Hemmungen."

Über die Motive seiner Ex-Frau kann der Berliner nur spekulieren: "Ich vermute, dass sie ein psychisches Problem hat. Wie sonst ist es zu erklären, dass eine Mutter in ihrem Verhalten so gar keine Rücksicht auf das Kind nimmt?" Dass Luna sozusagen im Untergrund aufwachse, stelle eine ebenso starke Belastung dar wie die Tatsache, dass sie ihren Vater und die Großeltern in Deutschland nicht sehen können. Nicht zuletzt hätte die Tochter längst eingeschult werden sollen. Die berechtigte Frage des Berliners: "Wie lange will Rosamaria das durchhalten?"

 

URL:

· http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,529282,00.html

 


 

 

 

"Vater sah sieben Jahre die Kinder nicht

Das Verfassungsgericht rügt eine zu lange Prozeßdauer als Grundrechtsverletzung"

 

Süddeutsche Zeitung vom 27.08.1997, S. 9

 

 


 

 

"Rituale der Umgangsvereitelung"

Wolfgang Klenner

in: "Zeitschrift für das gesamte Familienrecht" - FamRZ, 1995, Heft 24, S. 1529-1535

 

 


 

 

"Verzweifelter Vater trat in Sitz-Streik

37jähriger will seinen kleinen Sohn (4) sehen"

 

Foto: Andreas Rippich im "Sitzstreik" vor der Wohnungstür seiner Ex-Freundin

 

Rheinischer Merkur, 23.12.1993

 

 

 


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