Väternotruf informiert zum Thema
Staatsanwaltschaft Schwerin
Staatsanwaltschaft Schwerin
Bleicherufer 15
19053 Schwerin
Telefon: 0385 / 5302-0
Fax: 0385 / 5302-444
E-Mail: verwaltung@sta-schwerin.mv-justiz.de
Internet: www.mv-justiz.de/pages/staatsanwaltschaften/sta_sn.htm
Internetauftritt der Staatsanwaltschaft Schwerin (03/2012)
Informationsgehalt: mangelhaft
Geschäftsverteilungsplan: fehlt. Wozu zahlen die Leute in Mecklenburg-Vorpommern eigentlich Steuern, wenn die Mecklenburg-Vorpommerische Staatsbürokratie nicht einmal ihrer Informationspflicht nachkommt.
Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin: Gerit Schwarz (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1947) - Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 02.01.1992, ..., 2012) - anfangs Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe - www.landtag-mv.de/dokumentenarchiv//drucksachen/1_Wahlperiode/D01-0000/D01-0641.pdf?PHPSESSID=aa795af7fac9502c6f8a27c7698f9553. Im Handbuch der Justiz 2008 ab 02.01.1992 als Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin aufgeführt. 2009: Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Stralsund?
Ständige Vertreterin des Leitenden Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin: Barbara Bartels (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1957) - Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Schwerin / Ständige Vertreterin des Leitenden Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 08.09.1998, ..., 2012)
Die Bürgerinnen und Bürger des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern beschäftigen bei der Staatsanwaltschaft Schwerin eine uns zur Zeit unbekannte Anzahl von Staatsanwälten und sonstigen Mitarbeitern.
Der Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Schwerin umfasst den Landgerichtsbezirk Schwerin.
Übergeordnete Generalstaatsanwaltschaft:
Generalstaatsanwaltschaft Rostock
August Mustermann
Musterstraße 1
19053 Schwerin
Telefon: 0385 / ...
E-Mail: august.mustermann@web.de
Der hier genannte örtliche Ansprechpartner handelt in eigener Verantwortung, besitzt keine Vollmacht und unterliegt keiner Weisungsgebundenheit seitens des Väternotrufes. Rückmeldungen zu dem genannten Ansprechpartner senden Sie bitte an info@vaeternotruf.de. Wenn Sie Interesse haben, hier als örtlicher Ansprechpartner aufgeführt zu werden, melden Sie sich bitte unter info@vaeternotruf.de.
Väternotruf Deutschland - allgemeine Erreichbarkeit: info@vaeternotruf.de
Haben Sie interessante Materialien zum Familien- und Kindschaftsrecht? Bei Interesse können wir diese hier veröffentlichen.
Haben Sie Informationen über kompetente und inkompetente Staatsanwälte?
Bitte informieren Sie uns: info@vaeternotruf.de
Fachkräfte
Mit der Benennung der hier angegebenen Fachkräfte treffen wir, wenn nicht gesondert angegeben, keine Aussage über deren fachliche Kompetenzen oder Inkompetenzen. Zu Risiken und Nebenwirkungen von Fachkräften fragen Sie daher Ihren Arzt oder Apotheker oder Ihre örtliche Kontaktstelle vom Väteraufbruch für Kinder e.V. www.vafk.de
Staatsanwälte:
Britta Adam-Domrös (Jg. 1963) - Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 15.10.1994, ..., 2008)
Barbara Bartels (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1957) - Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Schwerin / Ständige Vertreterin des Leitenden Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 08.09.1998, ..., 2012)
Janette Boldt (Jg. 1976) - Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 14.12.2006, ..., 2009) - im Handbuch der Justiz 2002 ab 17.12.2001 als Richterin auf Probe im OLG-Bezirk Rostock aufgeführt.
No Name - am Amtsgericht Neustrelitz - zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit" vom 19.11.2010 - Geschäftszeichen 592.2.1
Andreas Brunkow (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1963) - Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 28.04.1997, ..., 2008)
No Name - Richterin am Landgericht Lübeck - zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit" vom 19.11.2010 - Geschäftszeichen 592.2.1
Anett Ganz (Jg. 1976) - Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 01.01.2006, ..., 2008) - im Handbuch der Justiz 2002 ab 21.12.2001 als Richterin auf Probe im OLG-Bezirk Rostock aufgeführt. Ab 01.01.2006 Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Schwerin.
Normen Golinski (Jg. 1974) - Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 14.12.2006, ..., 2008) - im Handbuch der Justiz 2002 ab 17.09.2001 als Richter auf Probe im OLG-Bezirk Rostock aufgeführt. Ab 14.12.2006 Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin.
Stephan Hagemann (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1963) - Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab , ..., 2010, ..., 2012) - im Handbuch der Justiz 2002 ab 15.06.1998 als Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin - abgeordnet - aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2008 ab 21.12.2005 als Oberstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft Rostock aufgeführt. 2010, ..., 2012: Pressesprecher bei der Staatsanwaltschaft Schwerin.
Wulf Kollorz (Jg. 1959) - Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 18.08.1993, ..., 2002)
Thorsten Kopf (Jg. 1961) - Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 01.10.1994, ..., 2009)
Sybille Lemke (Jg. 1949) - Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 18.02.1994, ..., 2002)
Gerit Schwarz (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1947) - Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 02.01.1992, ..., 2012) - anfangs Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe - www.landtag-mv.de/dokumentenarchiv//drucksachen/1_Wahlperiode/D01-0000/D01-0641.pdf?PHPSESSID=aa795af7fac9502c6f8a27c7698f9553. Im Handbuch der Justiz 2008 ab 02.01.1992 als Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin aufgeführt. 2009: Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Stralsund?
Heidrun Sprenger (Jg. 1965) - Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 01.10.1994, ..., 2008)
Stefan Urbanek (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1961) - Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab , ..., 2008, ...., 2012) - im Handbuch der Justiz 2002 ab 26.10.2001 als Oberstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft Rostock aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2008 ab 26.10.2001 als Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin aufgeführt. Angaben im Handbuch der Justiz zum Dienstantritt offenbar fehlerhaft. 2010, ..., 2012: Pressesprecher bei der Staatsanwaltschaft Schwerin.
# Hans Förster
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Amtsanwälte:
- Oberamtsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab , ..., 2009)
Nicht mehr als Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin tätig:
Beusch - Oberstaatsanwalt in Schwerin (ab , ..., 1935, ..., ) - "Seit im Februar 1935 in Schwerin binnen einer Woche der elfjährige Hans Joachim Neumann und der neunjährige Hans Zimmermann verschwanden, mag Oberstaatsanwalt Beusch nicht mehr an natürliche Todesfälle glauben. Obwohl kein Fremdverschulden nachzuweisen ist, geht Beusch von einer Mordserie aus." - Ausführlich siehe unten.
Otmar Fandel (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1962) - Richter am Amtsgericht Schwerin (ab , ..., 2010) - im Handbuch der Justiz 2002 ab 19.06.1995 als Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin - abgeordnet - aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2008 ab 20.01.2004 als Oberstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft Rostock aufgeführt.
Andreas Gärtner (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1962) - Oberstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft Rostock (ab 13.10.2003, ..., 2008) - im Handbuch der Justiz 2002 ab 16.02.1996 als Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin - abgeordnet - aufgeführt.
Ralf-Siegfried Ketelboeter (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1945) - Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 16.12.1998, ..., 2009) - 2009: Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin.
Hans-Christian Pick (Jg. 1944) - Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 01.04.1992, ..., 2009) - 2009: Pressesprecher bei der Staatsanwaltschaft Schwerin.
Karsten Stahmer (Jg. 1936) - Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 01.01.1994, ..., 2002)
Hanns-Rudolf Wirisch (Jg. 1939) - Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Schwerin (ab 03.11.1992, ..., 2002)
Väteraufbruch für Kinder e.V.
Kontaktstelle im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Schwerin
Wenn Sie Interesse haben als Ansprechpartner für eine Kontaktstelle zur Verfügung zu stehen, melden Sie sich bitte beim Bundesverein Väteraufbruch für Kinder e.V. - www.vafk.de
Nach erfolgter Registrierung können wir Sie hier mit Adresse, Mail und Telefon als Ansprechpartner für Betroffene anführen.
Sonstige:
„Onkel Ticktack“
Das Grauen bricht langsam, schleichend über die Mark Brandenburg und über Mecklenburg herein. Immer wieder stoßen Förster oder eilends zusammengestellte Suchtrupps auf die Leichen vermisster Kinder. Ausnahmslos Jungs, zwischen vier und zwölf Jahren alt. Meist liegen sie in Kiefernschonungen in der Nähe des Elternhauses. Die Kinder erwecken den Eindruck, als seien sie, so die Polizei „in friedlichem Schlafe gestorben“. „Wie kleine Engelchen“ liegen sie da, scheinbar unverletzt und unberührt. Und sie tragen die damals beliebten Matrosenanzüge. Da sie in der kalten Jahreszeit umkamen, gehen die Ärzte von Erfrieren als Todesursache aus. Andere tippen auf Vergiftung (in einem Fall wurden Fliegenpilze neben dem Leichnam gefunden), auf heimliches Rauchen oder auch „übermäßige Nahrungsaufnahme“.
„Ein alter Mann mit einem komischen Hut“
Seit im Februar 1935 in Schwerin binnen einer Woche der elfjährige Hans Joachim Neumann und der neunjährige Hans Zimmermann verschwanden, mag Oberstaatsanwalt Beusch nicht mehr an natürliche Todesfälle glauben. Obwohl kein Fremdverschulden nachzuweisen ist, geht Beusch von einer Mordserie aus.
Bereits im Februar 1933 war der zehnjährige Alfred Praetorius aus Rostock „abgängig“. Seine Leiche tauchte ein Jahr später im Schilfdickicht der Warnow auf. Im April wurde nahe der Chaussee von Wittenberge nach Lenzen der zwölfjährige Kurt Gnirk tot aufgefunden, im November bei Ludwigslust der zehnjährige Ernst Tesdorf. Zwei Jahre darauf sollte Gustav Thomas (8) aus Wittenberge sterben. Einen Doppelschlag führt das todbringende Phantom im Oktober 1934. Ein Suchtrupp findet den vierjährigen Arthur Dill und den sechsjährigen Edgar Dittrich eng umschlungen in einer Schonung bei Neuruppin. Und auch aus dem Holsteinischen wird ein Fall gemeldet: Der neunjährige Hans Korn stirbt im Januar 1933 in den „Schlutuper Tannen“ bei Lübeck. Dort hat einen Monat zuvor „ein alter Mann mit einem komischen Hut“ einen 13jährigen Schüler gebeten, zu helfen, verstecktes Werkzeug aus dem Waldstück zu holen. Doch der Junge bekam Angst und rannte davon.
Nun setzt sich der Schweriner Staatsanwalt mit der Berliner Kriminalpolizei in Verbindung. Die hatte sich auch schon die Köpfe über mysteriöse Todesfälle von Kindern in ihrem Zuständigkeitsbereich zerbrochen. Im Herbst 1934 wurden der siebenjährige Günther Tieke aus Oranienburg und der elfjährige Erwin Wischnewski aus Brandenburg/Havel tot aufgefunden. Im Jahr zuvor verschwand der achtjährige Wolfgang Metzdorf aus Potsdam. Sieben Wochen später wurden die sterblichen Überreste, relativ weit vom Elternhaus entfernt, bei Schloss Lindstedt in der Altmark entdeckt.
Die Ermittler nehmen an, dass der kleine Wolfgang einige Zeit gemeinsam mit seinem Mörder gewandert ist. Sie glauben nicht, dass der „Sandmann“ – man wählte den Namen, weil die Opfer „wie im Schlaf“ wirkten – mit einem Fahrzeug unterwegs war. Kinder hatten wiederholt von einem „Onkel Ticktack“ berichtet, einem alten Mann, der über die Dörfer zieht und „schöne, blankgeputzte Uhren“ aus den Taschen zaubert.
Vielleicht ist der „Waldmensch“ ja ein in die Jahre gekommener Wanderbursche oder Tippelbruder. Im März 1935 scheint der Täter gefasst. Ein 40jähriger Handlungsreisender hatte Verdacht erregt, als er sich in der Nähe von Tatorten herumtrieb. Er wird festgenommen. Der Morde bezichtigt, erhängt sich der Mann in seiner Zelle in der Untersuchungshaftanstalt Berlin-Moabit.
Dem Aufatmen, den Sandmann endlich erwischt zu haben, folgt das Entsetzen, als mit dem elfjährigen Gustav Thomas die unheimliche Mordserie weitergeht.
Kriminalrat Hans Lobbes von der Berliner Mordkommission verlegt seinen Arbeitsplatz nach Schwerin. Und hat Erfolg. Das Opfer Thomas war mit einem alten Mann mit dunklem Mantel, Rucksack und einem Filzhut „mit einer Krempe wie eine Untertasse“ gesehen worden. Die Beschreibung wird mit dem Fahndungsersuchen im „Deutschen Kriminalblatt“ veröffentlicht. Der Gendarmerie-Hauptwachtmeister Wagenknecht aus Grabow bei Ludwigslust erkennt in der Beschreibung den Mann wieder, den er 1930 festgenommen hatte, als der versuchte, Knaben in den Wald zu locken. Da jedoch nichts passiert war, ließ er ihn laufen. Auch Beamte aus Bad Doberan erinnern sich an ähnliche Vorkommnisse. Der Name des Verdächtigen: Adolf Seefeld. Er repariert und verkauft Uhren.
Am 3. April 1935 wird der Gesuchte am Küchentisch eines Bauern in Wutzetz im Kreis Ruppin, einem Dorf am Nordrand des Rhinluchs, festgenommen. „Onkel Ticktack“, der stets freundliche Uhrmacher, ist, wie sich beim Studium der „Verbrecherkriminalakten“ aus Schwerin, Rostock und Wittenberge herausstellt, alles andere als ein unbeschriebenes Blatt, man hat es vielmehr mit einem „tollen, gefährlichen Burschen, gleichzeitig primitiv und gerissen“ zu tun.
Seefeld kommt am 6. März 1870 in Potsdam zur Welt. Er lernt Schlosser in einer Maschinenfabrik und wird Arbeiter. Dann packt ihn der Wandertrieb, in Lübeck lernt er eine Frau kennen, heiratet. Ein Sohn wird geboren (der später wegen Sittlichkeitsdelikten in einer Irrenanstalt landen wird). Das Paar geht auseinander, zumal Seefelds homosexuelle Veranlagung nach und nach durchbricht. Er war als Kind von zwei Männern missbraucht worden. „Onkel Ticktack“ wird für die nächsten 40 Jahre, sieht man von Gefängniszellen ab, keinen festen Wohnsitz mehr haben und keiner geregelten Arbeit nachgehen. Er sitzt wegen Körperverletzung und Bettelei, vor allem aber immer wieder wegen schwerer Sittlichkeitsdelikte an Jungen, zum erstem Mal 1895. Insgesamt 23 Jahre verbringt Seefeld hinter Schloss und Riegel, von 1916 bis 1926 an einem Stück – zum Teil auch in psychiatrischen Anstalten.
Auf freiem Fuß, übernachtet er meist in Wald und Flur, auch in billigen Herbergen, gelegentlich bei seiner Kundschaft. Das Uhrmacherhandwerk soll er in jungen Jahren bei einem alten Meister gelernt haben.
Ein Zeitabgleich der Kripo ergibt: Kein Kind kam zu Schaden, wenn Seefeld hinter Gittern war. Im Umkehrschluss legen seine Aufzeichnungen in einer Art Tagebuch nahe, dass er zur Zeit der Verbrechen auch am Ort der Verbrechen war. Mit den Vorwürfen konfrontiert, leugnet Seefeld: „Ich habe niemanden umgebracht, das lass’ ich mir nicht anhängen.“ Auch als Spürhunde die verscharrten Leichen der Schüler Neumann und Zimmermann entdecken, bewegt ihn das nicht zum Geständnis. Vielmehr schwört er: „Ich bin es nicht gewesen.“ Dabei bleibt er auch, als man ihn im offenen Wagen durch die Heimatorte der toten Kinder kutschiert, in der Hoffnung, der Volkszorn möge seine Zunge lockern.
Die Gestapo unterstellt „kommunistische Agententätigkeit“
Am 21. Januar 1936 beginnt vor dem Schweriner Schwurgericht der Prozess. Der Angeklagte leugnet weiter. Die Frage, wie die Kinder zu Tode kamen, kann nicht zufriedenstellend geklärt werden. Neben Strangulierung (wofür es keine Spuren gibt) und Pilzgift tippen Experten auf Äther, Chloroform oder Mord in Hypnose. Eine Annahme lautet, dass Seefeld die Knaben betäubte, missbrauchte und dann am Tatort zurückließ, wo sie entweder an der Droge starben oder erfroren. Für Giftmord spricht, dass er sich entsprechender Kenntnisse rühmte: „Die Ärzte, die so schlau sein wollen, würden nicht finden können, woran ich gestorben bin, wenn ich Selbstmord beginge. Einige Tropfen aus einer Flasche, und man schläft sanft ein.“
Ungeachtet einer möglichen Geisteskrankheit wird Adolf Seefeld am 22. Februar 1936 wegen Mordes in zwölf Fällen zum Tode verurteilt.
Da es aber unter den neuen Prämissen im Dritten Reich anders als in der nun verhassten Weimarer Republik mit ihrer von „Gefühlsduselei bestimmten“ „undeutschen“ Strafjustiz undenkbar ist, dass ein „arbeitsscheuer Untermensch“ die Frechheit besitzt, kein Geständnis abzulegen, nimmt sich die Gestapo des Verurteilten an. Und erhebt einen weiteren Vorwurf: „Kommunistische Agententätigkeit“.
Unter Folter gibt Seefeld zu, die Kinder durch Geschenke oder – je nach Alter – durch das Versprechen, ihnen „ein Häschen“, „seltene Zigarettenbilder“ oder „eine nagelneue Bohrmaschine“ zu zeigen, in die Wälder gelockt und vergiftet zu haben. Darüber hinaus gesteht er weitere Knabenmorde. Welchen Wert diese Geständnisse haben, bleibt offen. Seefeld werden etwa 100 Missbrauchsfälle sowie mindestens 30 Morde zwischen Berlin und Hamburg seit etwa 1893 angelastet.
In der Gestapohaft wird Seefeld zum Nachweis seiner Giftmischerqualitäten gezwungen, die tödlichen Stoffe selbst herzustellen. Seine Bemühungen „kosteten“, so Kriminalrat Lobbes maliziös, „eine Maus das Leben, ließen aber einen Hund unbeeindruckt“.
Adolf Seefeld stirbt am 23. Mai 1936 in Schwerin unter dem Fallbeil. (Von Ulrich Zander)
17.04.2010
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11778483/1174144/Onkel-Ticktack.html